506 Schädel.
zu lassen; am häufigsten findet man schon in Kit»dern von wenigen Jahren die Naht verschmolzen,die den Zitzenkheil des SchlasbeineS vom Hinter-hauptöstücke des GrundbeineS trennt, welches aufdie nachherige Ausbildung der Hirnschale großenEinfluß hat. Sömmering sagt: Wenn nach Ver-wachsung einer Naht eine Stelle nicht ferner nach-geben kann, und doch der übrige Theil der Hirn-schale rings um diese Stelle fortwächst, so muß dieHirnschalenform dadurch verunstaltet werden, wodurchdie so häufigen Unförmlichkeiten des Hinterhaupteszu erfolgen scheinen. Man findet aber auch zuwei-len durch wahre Nähte bald kleine, bald sehr großeKnochenstücke oder Zwischenbeine entweder nur aufeiner oder symmetrisch auf beiden Seiten abgeson-dert, welche zwar überall am Schädel vorkommen,doch am häufigsten an der Lambdanaht, die daherbisweilen doppelt oder dreifach erscheint; selten ißdie Pfeilnaht oder Schnppennaht doppelt; selbst anden Flügeln des Gpundbeins und auch an den Ge-stchtöknochen finden sich solche ungewöhnliche Nähte;z. B. am Nasenfortsahe des Oberkiefers rc. Daaber die läge, Zahl, Gestalt, Größe und das Da-seyn dieser Knochenstücke höchst unbeständig ist, undsie zum gewöhnlichen oder regelmäßigen Baue nichtgehören, so werden sie auch nicht in die Zahl derKopfknochen ausgenommen, sondern als ein unge-wöhnliches abgesondertes Streck des ganzen Kopf-knochenS betrachtet, zu dem sie, in Ansehung ihmjage größtencheils oder gänzlich gehören würden,Der Schwerpunkt des ganzen menschlichenSchädels mit dem Unterkiefer fallt ungefähr in dieMitte vor die Gelenkhügel des Hinterhauptes, undzwar in jedem Alter; da aber zum Beispiel beimNeger der Unterkiefer seiner Starke wegen schwerer,als bei den Europäern ist, so wird auch der Schä-