Band 
Hundert und acht und dreissigster Theil, welcher die Artikel Säure bis Schaf und Schafzucht enthält.
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55L Schaf und Schafzucht.

Thiere von den seltsamsten Verzückungen befallen,sie hüpften herum, sprangen mit Ungestüm gegeneinander, stießen mit ihren Köpfen zusammen undnahmen Rottenweise die Flucht. Wegen dieses Vor-falles befragte der Abt den Schäfer, und dieser gabihm hierauf zur Antwort: daß diese Bewegungen alle-mal sichere Vorboten eines Sturmes oder Gewitterswaren, welches noch an demselben oder am folgen-den Tage erscheinen würde, und in der That fingnoch an demselben Abende ein ungeheurer Wind andie gänze'Nacht hindurch schrecklich zu wüthen.

Nach dieser Naturgeschichte des Schafts imAllgemeinen,, will ich nUn zu den einzelnen Ar-ten übergehen, Wenn'man die verschirdeNen^Artender Schafe gegen einander stellt, so findet man anihnen nicht nur eine merkliche Verschiedenheit inder Gestalt, Größe oder Stärke des Leibes und dessenGlieder, sondern auch in der Wolle; und da beidessowohl in der Zucht, als auch in der Landwirthschaftvon größter Wichtigkeit' istF so ist es nöthig, dieverschiedenen Arten näher kennen zu lernen.

Europäische Schafartcn.

Das zahme Europäische Schaf, Ovin Oormamoa,trifft man nur in Europa und in einigem gemäßigtenProvinzen Asiens an, versetzt oder verpflanzt manes nach warmen Ländern, wie j. B. nach Südame-rika, Ostindien rc., so. verliert es seine Wolle undbekommt dafür Haare. Im Ganzen hat dieses SchafMehr hohe, als niedrige Füße. Der Kopf ist glattund länglich; die Nase etwas gebogen; die Hörnerfehlen gewöhnlich, und wenn es dergleichen hat, sofallen sie öfter bald wieder ab; die Farbe ist ge-wöhnlich weiß, nur der Kopf und die Füße habendie rothe oder die schwärzliche Farbe des MuflonS.Die Höhe beträgt 2 und die Länge ungefähr Fuß.Die Wolle dieser Art ist nach Maaßgabe der örtch