558 Schaf und Schafzucht.
wohnlich jedesmal i bis Pfund Wolle. IhrUnterhalt, wie man aus dem oben Angeführten er-sehen wird, kostet zwar nur wenig, dagegen ist aberauch ihr Nutzen sehr geringe; jedoch ist ihr Fleischwohlschmeckend und saftig, welches man dem Heide-krauts zuschreiben muß.
In Meklenburg, welches in der verbessertenSchafzucht lange Zeit zurückblieb, hat man eineArt Schafe, welche man daselbst Spiegelschaftnennt, welchen Namen sie von einem blauen wolli-gen Ring um die Augen führen. Sie liefern nureine grobe Wolle. Diese Art Schafe, welche manauch im Fränkischen antrifft, kann als eine Spiel-art der Deutschen Schafe angesehen werden. ImFränkischen hat man auch eine Art Schafe, Zau-pelschafe genannt, welches die wichtigste Art vonallen Deutschen Schaf-Racen seyn soll. Ihre Wollesteht nicht dicht und laßt die Feuchtigkeit, überhauptjeden Einfluß der Witterung auf den thierischen !Körper leicht zur Haut dringen, weshalb sie auchbei nasser und kalter Witterung durch Seuchen,schnell hingerafft wird. Die Zaupelschafe imWürtembergischen sind etwas kleiner, als dieFränkischen, ihre Wolle ist sehr langharig undgrob, und kann einschürig nicht gut zu etwas Ande-rem, als zu Kotzen, eine Art Pelze, verwendet wer-den.
Das Friesische Schaf, welches man mitdem Eyderstädter in Bremen und Holstein, zurVerbesserung des Landviehs, eingeführt hat, hat viel IÄhnlichkeit mit dem Alt-Leicestershirer in England,dem es in der Größe des Körpers und des Gewich-tes gleichkommt; es ist Z2 Zoll hoch, vom Nackenbis zur Kopfwurzel des Schwanzes 46—48 3 ^lang, und liefert eine 4—5 Zoll lange, grobe Wolle.Diese gute Körpexbeschaffknheit dieser Race rührt >