Schaf und Schafzucht. 659
von den Fettweiden, dem Klima und der Behand-lungsart her. Ein großer Theil dieser Race bringtden Winter im Freienzu, wogegen sie vollauf, entwe-der durch stark nährende Weiden, oder durch einenErsatz an anderm Futter, genährt werden muß. Siewirft gewöhnlich zwei Lämmer.
Die Eiderstädter (eine Provinz, an derWestseite des Herzogthums Schleswig) Schafe,s. oben, S. 5Z8, welche größer, als die Fränkischensind, haben gewöhnlich keine Wolle am Bauche,an den Vorderarmen und Schenkeln, sondern nurkurze Haare, dagegen haben sie auf dem Rückensehr lange und brauchbare Wolke. Man hat vondieser Race auch Schafe von schwarzer Farbe, dieetwas ins Röthliche fallt. Diese Schaf-Race wirft,wie die Friesische, gewöhnlich zwei Lämmer. Manhat die Eyderstadtischen Widder, wie schon obenangeführt worden, auch zur Verbesserung andererRacen angewendet; allein sie verlangen sehr fetteWeiden, indem sie sich auf mageren nicht sättigensönnen, weil sie das kurze Gras nicht so gut abbei-ßen können, als kleines Vieh. Gemästet soll einStück loo—i2o Pfund wiegen.
Die Dittmarischen Schafe, oder die soge-nannten Marschschafe, die ihre Nahrung imSommer in den tiefsten Niederungen erhalten und 2, zbis 4 Junge werfen, haben 4 bis 5 Zoll langeWolle, welche nnr mittelmäßig fein, aber sehr ge-schickt zum Kämmen ist. Ein Schaf liefert 6 — 7Pfund dergleichen Wolle.
Die Geesischafe, mich eine Art der Marsch-schafe, die aus Dänemark herübergekommen, habenmit der vorhergehenden Art viel Aehnlichkeit. DieHörner, deren sie zwei bis viere haben, sind krummund zurückgebogxn. Die Beine sind hoch, fein ge-bauet, schlecht gestellt, und eben so, wie der kurze