Schaf und Schafzucht. 561
nicht verhindert werden, und sie auch, nach demVerhältnisse des WachSthumeS der jungen Lämmer«rweirert werden können; dann besprengt man dieseUeberzüge täglich mit lauwarmen Masses jedochnur sehr mäßig, wodurch das Pclzwcrk weicher-krauser und glänzender wird. Petri hak Versucheim kleinen mit unsern Deutschen Schafen in dieserHinsicht angestellt, welche denselben Erfolg gehabthaben. Er räth daher an, diesen Industrie-Zweig 'in bedeutenden Schafereyen oder vielmehr bei einerbedeutenden Schafz,recht bet Lämmern anzuwenden,y-ejche für den Fleischer bestimmt werden. Auchhie Gebrüder Ternaux in Paris wollen aus Er-fahrung wissen, daß man durch das Einnähen derallen Schafe bessere Wolle erhalte. Nach der Theo-rie, wie auch Hr. Petri bemerkt, muß dieses Ein-nähen auf die Gesundheit des Viehes eine nachthei-lige Wirkung äußern. Erstens durch Verhinderungder Ausdünstung, und zweiten? durch die Entziehungdes Lichtes. Auch haben unterrichtete Fabrikantendie Beobachtung bei den eingenäheten Schafpelzesgemacht, daß der Wollfaden an seine Kraft undHaltbarkeit durch die Entziehung der Einwirkungder Lust bedeutend verliere, und sie haben daher denGüterbesihern angerathcn, wenigstens 6 bis 8 Wo-chen vor der Sckmr die Pelze der Schafe von die-fest Decken zu befreien, damit die Wollt wieder ih-ren ganzen'Nerv annehme. Nach den Beobachtun-gen der Podolier und Ukrainer soll die bedeckttWolle weniger Abgang geben, als die unbedeckte;auch sei sie fester nach dem Äuefetten, lasse sichbeßer kämmen und leichter weben. Durch Deckenkann man auch.verhindern, daß das Regenwetterdie Wolle nicht aussettet und der Staub sie nichtauösauget, welches aoer etwas kostbar ist, und schwer-lich möchten diese Ausgaben von den WollkäuferktOee. techn. Enc. 6XXXVIII. Theil. LT n