608 Schaf und Schafzucht.
Die Schafe weiden hier, so wie in den gesegnetenNachbarländern in weidereichen Gefilden. Der No-madenzug wird von Seiten der Wallachischen Re-gierung in Bukarest definitiv am sHsten April altenStylö jährlich veranlaßt. Den Winter über ziehendiese Waudexherden in die wärmeren Gegenden Ru-meliens und BeffarabienS und treffen im MonateIunius auf den verschiedenen Pässen der Karpathenin der Moldau und Wallachei ein, wo sie geschorenwerden, und ihre Sommerweiden in den Karpathenbeziehen. Diese langwolligen Schafe werden gemol-ken und aus der gewonnenen Milch vortreffliche Käsebereitet. Die Wallachei zählt 4 Millionen Schafeund dje Moldau über z Millionen. Die Fettkäsedie man in der letzteren Landschaft aus der Milchfabricirt, gehen größrentheilö nach Konstantinopel.
Das Holländische Schaf, Ovis 80I-laneliea, hat mit dem folgenden Belgischen Schafeviel Aehnlichkeit und man glaubt auch, daß es auseiner Mischung des genannten Schafes und derjeni-gen aus Lincoleshire und Leicestershire entstanden sei.Sie sind besonders groß und fruchtbar, indem siegewöhnlich drei bis vier Lämmer werfen und jedes8^-iv Pfund Wolle liefert. Man findet dieseSchafe nicht nur auf dem Texel, sondern auch imganzen Königreiche der Niederlande verbreitet; auchfindet man sie in der Gegend von Hamburg.
Das Belgische Schaf, Ovis LolZiea,ist ursprünglich aus Ostindien uns von den Hollän-dern vor mehr als izo, Jahren nach Europa ge-bracht worden. Die Länge derselben ist 5 Fuß, ihreHöhe gewöhnlich Z Fuß, und ihr Gewicht 170—180Pfund. Sie haben eine Mittel-oder halbfeine Wolleund sind sehr fruchtbar, indem sie jährlich mehrereLämmer zur Welt bringen. Auf fetten Weiden ge-heißen sie vorzüglich, ipdem ihr Fleisch vollsaftig und