570 Schaf und Schafzucht.
det; dagegen liefern die Apulischen Wanderschafeeine etwas bessere Wolle. Sie werden jährlich zwei-mal geschoren, nämlich im April undIuly, wodurchdie Wolle aber an ihrem Werthe verlieren soll, weil sienoch nicht gehörig ausgewachsen ist. Die Milch dieserSchafe, mit Ziegenmilch vermischt, dient einen vor-trefflichen Fettkäse daraus zu bereiten, welcher iuganz Italien beliebt ist. Das Fleisch der Schafeaus Apulien und Abruzzo ist vortrefflich; daher wer-den sie größtentheils nach Toscana und Rom zumSchlachten getrieben.
2) Das Paduaner Schaf, welches sich durchseinen starken Körperbau auszeichnet, hat hohe Füßeund einen fehlerhaften, jedoch starken Knochenbau.Nach dem Verhältniß seines starken Körperbaues,liefert es doch nur wenig und auch nur mittelmäßigeWolle, und dabei muß es noch auf guter Weide er-halten werden.
z) Das Bergamasker Schaf, welches sichnur auf Wanderungen befindet, und daher auch W an-der schaf genannt wird, hat lange, herabhängende Oh-ren, eine stark gewölbte Nase und trägt den Kopf ge-wöhnlich hoch. Seine Wolle-ist lang, jedoch grob. DieWidder sind meistens kolbig, es giebt aber auch ge-hörnte, obgleich selten, darunter. EmdreijährigerHam-mel wiegt ohne Wolle 90—100 Pfund, welches nurein unbedeutendes Gewicht für einen so große» SchlagVieh ist. Die Wanderungen dieser Schafe sind im Som-mer nach den ^-chweiHer Alpen, im Winter kehrensie nach Piemont zurück. Die Milch dieser Schafe,mit Kuhmilch vermischt, welche Kühe die Schäferzu diesem Zwecke mit auf ihre Wanderungen neh-men, dient zu Schafkäsen. Auf der Rückkehr wer-den die Schafe in dem Orte Vurgofesto geschorenund die Wolle, wie in Spanien, erst nach der L-churgewaschen. Ein dergleichen Schaf liefert 8—9 Pfund