Schaf mid Schafzucht. 589
heit, Güte und Feinheit der Wolle, daß man oftüberrascht wird; die von schwarzer Farbe sind nichtso beliebt und gemein, als die weißwolligen. IhreWolle ist gewöhnlich derjenigen der Wanderschaft anGüte und Feinheit gleich, und übertrifft sie noch anFeinheit. Die Herdenbcsiher der stillliegenden Herdenoder Merinos-Estantes lassen die Familien bloß un-tereinander begatten, um die Reinheit der Herden zuerhalten. Diese Merinos, welche im Winter, beiübler Witterung, unter Obdach kommen, erhalten,dadurch begünstiget, eine schwarze Schweißfarbe, dieunter diesen Umständen mehr von einem gestocktenzähen Felle, als von einem flüssigen ölähnlichenWesen herzurühren scheint. Auch macht man diesenSchafen den Vorwurf, daß ihre Wolle durch dieWasche mehr Abgang, als von den wanderndenSchafen hat. Die Sorianer Merinos-Estantes ha-ben auch eine dunkelschwarze Fettfarbe; bei den So-rianer Merinos-Tenshumantes fallt die Farbe mehrins Weißlichgraue, ist aber nicht so graulich, als beiden Leonischen Merinos. Der Staub, welcher sichäußerlich anseht, kann wegen der Dichtheit des Vlie-ßes nicht tief eindringen; das pechige Fett der Estan-tes-Schafe bindet ihn aber weniger, als das mehrölige der Wanderschaft. Die Widder haben inder Regel längere Wolle, als die Mutterschaft. EinMehreres über die Merinos, sehe man vöeiterunten, unter Schaf-Zucht nach, wo man aucheinige Abbildungen der vorzüglichsten Ra-ren finden wird.
Asiatische Schafe.
Pallas war der Erste, der uns das Schafviehaller Asiatischen Hirtenvölker näher kennen lehrte,obgleich uns schon früher, Olearius, Schardin,Tavernier und Andere damit bekannt machten.Nach dem zuerst erwähnten Schriftsteller hat das