172 Schiffbaukunst.
sie doch jederzeit höhere Bemastung als Linienschiffe,und die Tiefe der Segel wird ohnehin dadurch grö-ßer, daß sie so hoch über Waffer gebauet werden,und daß ein Verdeck bei ihnen wegfällt. Die Dickedes Mastes, nämlich sein größter Durchmesser be-trägt 8 Zoll auf jede 10 Fuß der Mastlänge, hierwürde dies 3 Fuß 2 Zoll betragen. Das Verhält-niß der Verdünnung des Mastes, von unten nach oben,ist von 1/4 zu 1 / 3 . Um die größte und geringsteDicke des großen Mastes übers Kreuz zu messen, mußman wissen, daß die größte Dicke der Masten inder Fissung des untersten Verdecks ist, wo man ih-nen daselbst so viel Zoll zur Dicke übers Kreuz ge-messen giebt, als der dritte Theil der Länge Fuß hat.Zum Beispiel der große Mast sei lang 105 Fuß,der dritte Theil davon ist 35 Fuß, die größte Dickedieses Mastes würde also übers Kreuz gemessen be-tragen 35 Zoll, oder 2 Fuß 11 Zoll. Der Mast istam dünnsten im Eselshaupte, und daselbst zwei Drit-tel so stark, als da, wo er am dicksten ist; zum Bei-spiel der Durchmesser des großen Mastes, wo er amstärksten ist, sei 2 Fuß 11 Zoll, so wird er oben,wo er am dünnsten ist, 1 Fuß 11 Zoll 4 Linienübers Kreuz dick seyn. — 6) Die große Marse,der Mars, auch Mastkorb genannt. Die Mar-sen sind eigentlich kein Rundholz, sondern eine 2lrtGerüste von Brettern, die um den Obertheil der Ma-sten auf kreuzweise daran befestigten leichten Balken,Eralinge genannt, gelegt sind, und hauptsächlich z'llHaltung der Stcngenwände und zum Standplatz ^Auskuker oder anderer Seeleute dienen, die dort d>eWache oder sonst Arbeit haben. In älteren Zelle"waren die Marsen rund und mit einem Geländerumgeben, und glichen in etwas einem Korbe, dahersie von Schriftstellern, die keine Seesprache verstauden, Mastkörbe genannt wurden, welche unrichtig