Schiffbaukunft. 211
diese Erweiterung der Spanten jeden Augenblick denFall des Schiffes allinählig aufhält, so wird der Falloft und ohne heftige Erschütterung geschehen. ImGegentheil wird ein Schiff, dessen Schneidungen vornsehr hoch sind und dessen Spanten auch selbst in derGegend des Wasserspiegels nur enge gehalten wer-den, eine Welle, die an sein Vordertheil kommt,um so leichter durchschneiden, da seine Gestalt die-ses Durchschneiden so sehr begünstiget, und das vondemselben aus der Stelle getriebene Wasser wirduicht Kraft genug haben, es wieder über die Ober-stäche des Wassers zu erheben. Ein solches Schiffwird zwar keinem heftigen Stampfen unterworfenseyn, es wird aber, wie man sagt, nicht über, son-dern durch die See laufen, und daher wird sei» Ge-schütz vorn nur bei sehr ruhiger See brauchbar blei-ben. Man wird hier gewahren, daß man zwei Ge-fahren zu vermeiden hat. Man muß also die Ge-räumigkeit eines Schiffes vorn über Wasser großgenug machen, damit das Schiff sich über die Seeerhebe, es muß aber auch zum Theil durch die Welleschneiden, um die Größe des Bogens, welche dasVordertheil im Stampfen beschreibt, möglichst zuvermindern.
Was nun die Bewegungen des Schiffes an-grifft, so ist hier zu betrachten, daß wenn die Schnei-^unge,, nicht koch sind und die senkrechte Beugungver Seite des Schiffes, die Spantenbugt, kegelför-mig ist, so werden seine Beugungen sanft seyn, weil,Mie oben bemerkt worden,,der Widerstand im Was-nt die Bewegung des Schiffes allinählig aufhaltenm>rd; dahingegen werden die Bewegungen heftiglchn, wenn man sie nicht vorn und hinten mit eini-ger Aufopferung der Geschwindigkeit der Fahrt, et-was voller macht. Ließe man aber die Schneidun-Sen vorn sehr hoch heraufziehen, und wollte nian, um zu
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