Schifffahrt. 537
es bekam durch dieselbe die Herrschaft über dasMeer und brachte sich, vermittelst derselben undder Handlung, unzählige Reichthümer zuwege.Jeder Athenienser war im Seewesen so geübt,daß er eine Galeere führen konnte; dieses kambesonders daher, daß sie, ihrer Handlungwegen, beständig Seereisen unternahmen, und daßauch die Bundesgenossen der Republik, welche sichzu Athen Recht sprechen lassen mußten, sehr häu-fig mit ihren Schiffen dahin kamen, und also Ge-legenheit hatten, sich im Schifföwesen zu üben.^enophon führt gerade dieses, als einen beson-dern Vortheil an, weil der Staat, indem er die, Bundesgenossen nöthiget, sich ihr Recht in derHauptstadt zu holen, die Schifffahrt nach dersel-ben vermehre und dadurch gute Matrosen ziehe.
„Ueberdies, sagt dieser Schriftsteller, lernen fie,da fie wegen der Entlegenheit ihrer Güter undihrer Gerichtshöfe, öfters zur See reisen müssen,nach und nach rudern; denn wer oft zu Schiffegeht, muß mit seinen Knechten rudern helfen undAe Kunstwörter des Seewesens verstehen lernen.^>e werden aber, sowohl durch die Erfahrung," " durch die Kunst gute Seeleute; denn Einige'b"en üben sich ein kleines Schiff, Andere ein!.u regieren; wiederum Andere begebendiesen auf die Galeeren; Viele find aber,jy i, sie das Schiff erstiegen, zum Rudern bereit,
ihre ganze Lebenszeit hindurch darinvruvt haben."
Das Seewesen der Athenienser war ^or den Zei-len des Themistokleö noch in keinem besond -ren Ansehen. Die Perser waren damalo dieMächtigsten zur See, und Terpes unterhieltenFlotte von mehr denn tausend Schiffen-wistokles brachte es dahin, daß die Athenienser