Schifffahrt. 551
So glücklich nun auch Philipp in den mei-sten seiner Kriegsunternehmungen war, so warenseine Küsten doch nie vor der feindlichen Flottesicher, sondern wurden verheert, und dje Handlungseiner Unterthanen beständig unterbrochen, weil erkeine hinlängliche Flotte hatte, sie zu bedecken.Man gewahrt hieraus, daß die Wirkungen desAtheniensischen Krieges seinen Unterthanen ganzunerträglich fiel, weil die Alhenienser ihren Han-del gänzlich lehmten, und beständig Flotten an ih-ren Küsten unterhielten, damit sich ihre Fahrzeugenicht aus dem Hafen wagen durften. So wenigNun auch Philipp Zeit gewann, seine Erobe-rungen durch eine hinlängliche Seemacht und eineweit ausgebreitete Handlung, die zweite Stützeeines Staates, zu befestigen; eben so wenig gabder Tod seinem Sohne, dem Alexander, Raum,sein großes Vorhaben, eine überwiegende See-macht zu errichten, und dadurch den Handel vonOrienc und Occident in seine Staaten zu ziehen,zur Ausführung zu bringen; denn er starb zuBabylon, zu eben der Zeit, da er mit dieser Ein-richtung beschäftiget war; jedoch findet man,, daßdieser Fürst bei seiner kurzen Regierung und beiden häufigen Siegen, die ihn zu andern Unter-nehmungen kaum Zeit gelassen, mehr um dieSchifffahrt und Handlung besorgt gewesen, alsirgend ein Fürst seiner und her vorigen Zeit. Erhatte vom Aristoteles, seinem Lehrer, gelernt,daß wenn Staaten und Reiche durch Muth undTapferkeit erobert werden, solche durch Beförde-rung der Schiffsahrt und Handlung, so wie über-haupt der Wissenschaften, Künste und Gewerbe,auch erhalten werden müssen. — Alexanderbeschäftigte sich mitten in seinen Siegen allenHandel dex Morgenländischen und Abendländi-