Aldzug von: Jahr 1644. 2z
„Rheins stand. Der Marschall Türcnne aber gierig gleich am ersten Tage nach der Ue-„hergäbe von Philippsburg mit der ganzen deutschen Cavallerie und fünf hundert com-„mandirten Musquetiers über den Rhein, und erfuhr, daß die Spanier, die zu Fran-„kendahl, einem pfälzischen Platze drey Stunden von Speyer, Besatzung hielten, einige„Cavallerie aus dem Luxemburgischen daselbst erwarteten. Gegen diese detaschirte der„Marschall den Herrn von Flexstein mit drey Regimentern, der dann auch auf den„Obersten Savary traf, der mit fünf hundert Pferden in den Platz sich einwerfen woll«„te, ihn gefangen nahm, und einen Theil seines Detaschements zu Grunde richtete.„Der Marschall aber setzte indeß seinen Weg fort, und erreichte Worms und Oppen-heim , die beyde aus Mangel von Besitzung sich ergaben. Maynz aber war noch„übrig, der wichtigste Platz, den Frankreich damals am Rhein haben konnte, sowohl„wegen der Nahe von Frankfurt, als der Gemeinschaft, die derselbe mit Hessen gab.„Aus Furcht also, daß der Feind daselbst zuvorkommen möchte, gieng der Marschall„ohne Bagage Tag und Nacht fort, und langte gegen den Morgen in der Nahe des„Platzes an, da, wie er wußte, noch keine Besatzung vom Kaiser oder den Bayern„darin lag, sondern nur einige Soldaten, die das Capitel unterhielt. Es schickte der-selbe hierauf sofort einen Trompeter mit jemand von feiner Suite nach der Stadt, um„mit den Domherren zu unterhandeln, wahrend dessen aber kam schon die Nachricht,„daß jenseits des Rheins der Oberste Wolfs mit tausend Dragonern von der bayrischen„Armee angelangt wäre, und Schiffe und Einlaß von dem Capitel foderte. Dies nö-thigte den Marschall, der Stadt sich noch mehr zu nahen, und neue Gesandten an das„Capitel zu schicken, um scharf in sie zu dringen, daß sie aufs schleunigste Deputirte zur„Unterhandlung absenden möchten, das endlich auch geschah. Türenne sagte hierauf„den Deputirten, daß wenn sie nicht sofort den bayrischen Truppen sagen ließen, sich„zurückzuziehen, so würde er die Unterhandlung nicht fortsetzen, und beym erster: Schiffe,„das er jenseits überfahren sahe, die Stadt von allen Seiten attaquiren. Darauf wur-
„de capitulirt, weil kein Haupt irr der Stadt war, das sie zu einer wüthigen Entschlies-„sung vermögen konnte; und die bayrischen Dragoner zogen sich unverzüglich zurück;„der Prinz aber langte mit einer großen Suite daselbst an, als der Marschall ihm den„Zustand der Sachen berichtet hatte, und unterzeichnete am sechzehnten September die„Capitulation. Sie wurde so Vortheilhaft bewilligt, als das Capitel und die Bürgcr-„fchaft es verlangten: der Churfürst aber, der zu den Bundsgeuossen des Kaisers ge-hörte, hatte sich, so wie Philippsburg belagert ward, sogleich nach Frankfurt begeben.„Bingen, am untern Rhein vier Stunden von Maynz, ergab sich zu eben der Zeit; und
„bis