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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1645.

„gemacht haben würde. Jedoch Mercy hatte sicher geglaubt, daß es unsre ganze Ar-mee wäre, die vor Schwäbifchhall stünde, und setzte daher seinen Marsch gegen„Dünkelfpühl und Feuchtwangen fort. Am siebzehnten April erreichte auch unsre Infan-terie Schwabischhall, ließ ihre Bagage in der Stadt und folgte dem Feinde. Hätte ohne„die erwähnte Furcht für die Infanterie unsre Reuterey dem Feinde gleich Anfangs auf„dem Fuße gefolgt, fo glaube ich gewiß," sagt der Marfchall Türenne, „daß sie feinen„Marsch aufgehalten, unsre Infanterie die Zeit zu folgen gewonnen, und wir mit„großen Vortheilen gefochten hätten. Itzt aber folgte man dem Feinde fünf oder sechs„Stunden, ohne etwas anders als kleine Partheyen anzutreffen, und kehrte darauf zu-„rück nach Schwäbifchhall, wo die Armee einige Tage verblieb und sodann nach Mer-„gentheim an der Tauber marfchirte, da ringsum viele kleine Städte und Flecken sich„finden und die Lebensmittel im Neberflusse find. Hier machte der Marschall Halte,„damit er Hessen im Rücken hätte, von daraus er auf den Sommer Truppen erwar-tete , um weiter in Deutschland vordringen zu können. Es schien auch, als entfernte„man sich dadurch mehr von den» Feinde, der noch zu Feuchtwangen stand, und wie„man glaubte, auseinander gehen würde, um sich zu erholen, da er ganz Oberpfalz und„Bayern beydes frey und im Rücken hinter sich hatte.

„Es war gegen das Ende des Aprils, als die Armee zu Mergentheim anlangte;„und weil das Gras noch nirgends heraus war, fo lag man gleich Anfangs dem Mar-„schall inständigst an, daß er der Cavallerie erlauben möchte, sich in die kleinen Städte„zu vertheilen, wo sie auf den ersten Allarm ihre Bagage zurücklassen und ohne Ver-zug auf dem Rendezvous erscheinen wollten. Aufrichtig die Wahrheit zu sagen, so„war es die Nachgiebigkeit des Marfchalls, feine Cavallerie nicht leiden zu lassen, sein„großes Verlangen sie schleunig wieder in Stand zu sehn, weil viele Officiers sich ihm„verbanden, daß jeder in seinem Orte die Pferde für die Unberittenen ankaufen wollte,„und endlich die Entfernung des Feindes, der beynahe zehn Stunden davon abstand,„und, den Nachrichten der ausgeschickten Partheyen gemäß, gleichfalls sich vertheilte.„Dies waren die Ursachen, die den Marschall zur Unzeit zum Entschluß brachten, seine„Cavallerie in die kleinen geschlossenen Oerter zu vertheilen; doch behielt er die ganze„Infanterie und das Geschütz auf eine halbe Stunde Weges von Mergentheim zusam-men. Rosen aber wurde nach Rotemburg auf mehr als vier Stunden von Mergent-„heim verlegt, die andern Regimenter noch auf zwey bis drey Stunden weiter.

„Gleich am folgenden Tage, nachdem der Befehl zum Cantonniren ertheilt wor-„den, sah der Marschall gar wohl ein, daß die Vertheilung des Feindes nicht gewiß

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