Feldzug vom Jahr 1645, zi
„rückte. *) Ob mm gleich die Sache allerdings ganz befremdlich schien, und für die„Folge wenig Gutes verklmdigte, so glaubte dennoch der Marfchall nicht, daß irgends„etwas anders zu thun wäre, als sich mit dem Theile der Armee, der da war,„en bwaille zu stellen, als wäre das Ganze würkkich beysammen gewesen. Zum An-„griff hatte er der Truppen zu wenig, weil die Infanterie nur eben erst anlangte. Die„Stellung zu verändert: und wieder rückwärts des Holzes sich zu setzen, stand der Feind„schon zu nahe: alles also, worauf der Marschall noch denken konnte, war, die Vor-„theile des Terrains so gut als möglich zu nutzen.
„Zur Rechten der Ebne, wo die Cavallerie aufmarschirt war, nahe bey dem„Dorfe Herlisthausen, fand sich ein kleines Gehölz, und in dieses warf der Marschall„seine Infanterie ein, die höchstens'auf dreytausend Mann sich bclief, und von den Ge-neralen Schmidtberg uird Passage commandirt wurde. Weil dieser Poster: statt des„rechten Flügels Cavallerie die Flarrken bedecken sollte, so begnügte sich der Marfchall,„zwey Escadrons hinter diesem Holze zu lassen, und stellte seine ganze Cavallerie in eine„einzige Linie, zwey Escadrons von der zweyten aber zur Linken des großen Holzes,„das im Rücken der Armee lag. Rosen stellte sich zu äußerst vor den rechten Flügel„dieser Linie, und Türenne vor den linken.
„In dieser Stellung erwartete man den Feind, der bald drauf in die Ebne herab-„marschirte, die Infanterie ins Centrum nahm, die Cavallerie auf die Flügel, und„seinen General an der Tete gerade gegeir das Holz anrückte. **) Der linke Flügel„ihrer Armee konnte zwar auf diese Art nicht wohl eher agiren, als bis sie Meister von„dem Holze geworden; weil sie aber im ersten Anmarsch das Land nicht so völlig richtig„beurtheilen konnten, so stellte der Feldmarschall Mercy seine Armee in die gewöhnliche„Schlachtordnung. Sie hatte sich dem Holze bis auf hundert Schritte genaht, und„die Infanterie von beyden Seiten noch keine einzige Salve gegeben, als der Marsthall„Türenne mit seiner Cavallerie gegen den rechten Flügel der Feinde anrückte. Alle„Escadrons ihrer ersten Linie wurden geworfen, und auch die zweyte wankte. Zu„eben der Zeit aber war auch die feindliche Infanterie noch naher gegen die unsre gerückt;„die französische gab nur eine einzige Salve, und warf sich in größter Unordnung in
„das
*) Hier allein weicht die Zeichnung von der §r- führte den rechten Flügel Infanterie, Jo-zählung des Martchalls ab. Die baycrschc Ncla- haun von Werth den linken Flügel, und denklon, so völlig mit der Türennischeii übereinstimmt, Oberste Kolb commandirte die drey EscadronSerwähnt auch nichts von einer so zahlreichen Ca- von der Reserve, und wird in der bayrischenvallcrik Merianc Relation hoch wegen feiner Standhaftigkeit ge-
**) Rauschemberg, öayerscher Feldzeugmeister, rühmt. Merian.