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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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34
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Z4

Zeldzug vom Jahr 1645.

»Truppen commandirte, mit zweyen von ihren Räthen an ihn ab, um wo möglich ihn»zu bereden, daß er nach dem Rhein sich zurückzöge, weil er, wie sie sagten, alle die»verlaßnen Platze dadurch bedecken, und die Verstärkungen, die ihm von Frankreich»kommen würden, um so leichter an sich ziehen könnte. Es verschwiegen aber diese»Rathe die wahrste und wesentlichste Ursache, weswegen die Landgräfin wünschte, daß»unsre Armee nach dem Rhein marschirte, die Furcht nämlich, die sie hatte, daß da-durch der Krieg nach ihrem Lande Anzogen würde, und ihre Truppen eher als sie gern»wollte ins Feld rücken müßten. Der Marschall hingegen wußte, daß dies das ein-zige Mittel war, sowohl alle Truppen der Hessen zur Vereinigung mit ihm, als auch»den Grafen von Königsmark *) aus seinen Quartieren zu bringen; und er bestand also»hartnäckig auf seinem Entschluß, und ließ der Landgräfin sagen, daß, wenn die Feinde»gegen ihn anmarschirten, er durch ganz Hessen sich zurückziehen, und, es koste was eS»koste, nicht nach dem Rhein sich wenden, sondern lieber ins Braunschweigische ein-drücken würde. Das Nämliche ließ der Marschall auch dem Grafen von Konigsmark»wissen, chcr zehrt bis zwölf Stunden hinter Cassel an der W-chr seine Quartiere hatte,"nv ckm so wie die Hessen weder so zeitig ins Feld rücken, noch den Krieg nach diesen»Gegenden gespielt wissen mochte. Aber die Standhaftigkeit des Marschallö brachte sie»zum Entschluß, und sie versammelten sich beyde. Türenne zog seine Truppen in die»Grafschaft Waldcck zurück und begab sich nach Cassel, wo ihn die Landgrafin aufs»beste empfieng, und er selbst Zeuge von dem Guten ward, das man von ihrem Ver-sande nnd Mnth und Beurtheilungskraft in allen ihren Handlungen sagte. Sie ver-himmelte ihre Truppen, die, obgleich alle Plätze vollkommen besetzt waren, doch auf»sechs tausend Mann sich beliefen; 'und der Graf Königsmark, der etwas stärker warHaufendorf ,.§ls vier tausend, nahte sich gleichfalls ohne Zeitverlust." Indeß hatten die Bayern"",^"'§11- Anfangs den Rhein sichLewendet, und Gernsheim mit Accord erobert; sodannaber gierigen sie bey Höchst über den Mayn, und folgten bey Rödelheim und Friedbergvorbey den Franzosen ins Hessische nach. Amöneburg, wo unter dem Oberstlieutenantvon Mandelslo eine kaiserliche Besatzung sich lange und hartnäckig gegen die hessischeBlocMung vertheidigt hatte, wurde von derselben befreyt; und die bayrische Armeeschlug am fünf und zwanzigsten May ihr Lager daselbst auf, und detaschirte von darausein Corps zur Belagerung von Kirchhayn, das der Oberstlieutenant, Heinrich von

Mcmoitts Uffel, mit sechs hundert Mann Infanterie vertheidigte. »Türenne ließ dem Gouver-dcs Mar. „neur

*) Johann Christoph Königsmark, Graf von schall-Lieutenant und Gouverneur von den Herzog-Westerwyck und Sternholm, Reichsrath, Feldmar- thümern Bremen und Verben.