Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
35
JPEG-Download
 

55

Feldzug vorn Jahr 1645.

„neur wissen, daß man ihn entsetzen würde, wenn er nur fünf oder sechs Tage sich hal-schall Türen,„ten könnte; und hierauf ergab sich dieser auch nicht, obgleich eine große Breche gelegt"^*""„war. Die französische Armee, die sich zu Wolfhagen mit Königsmarken und den *

„Hessen vereinigt hatte, rückte geradeswegs gegen den Feind an, und dieser hob die„Belagerung auf, zehn oder zwölf Tage nach der Mergentheimer Schlacht. Alles,

„was Türenne noch hatte, belief sich auf drey bis viertausend Pferde, und zwölf bis„fünfzehnhundert Mann Infanterie, die man hier und da wieder gesammelt hatte.

„Die Bayern zogen sich hierauf Anfangs gegen Gellnhausen, und sodann naher„an den Mayn und das Fränkische zurück; die vereinigten Armeen aber blieben eine„Zeitlang in der Gegend von Gießen und dem darmstädter Lande. Zu dieser Zeit kam„die Nachricht, daß der Herzog von Enguien mit sieben bis acht tausend Mann gegen„den Rhein marschirte; worauf sodann Türenne mit den Generalen Königsmark und„Geis dem Mayne sich naher: mußte, um durch die Bergstraße am Necker sich mit ihm„zu vereinigen. Der Prinz gieng bey Speyer über den Rhein; und es war nun der„Entwurf, gegen den obern Necker zu marschiren, und Heilbrunn, wäre es möglich,

„eher zu gewinnen als der Feind." Die Absicht aber der Bayern war, diesem zuvor- Puftndorfzukommen, Heilbrunn zu behaupten, und zugleich ohne Verlust und zur rechten Zeit mit und Merlan.'dem General Glecn sich zu vereinigen, der von Westphalen über die Lahn her mit fünfoder sechs tausend zu ihrer Verstärkung anrücken sollte. Indeß stand diese Armee nochzu Thamb, in der Gegend von Aschaffemburg, als die Tmennische nicht nur dem May-ne sich genahet, sondern auch bereits jenseits desselben in die Bergstraße eingerückt war.

Mercy, der dennoch wünschte, der französischen Armee bey Heilbrunn zuvorzukommen,suchte in der Bergstraße ihren Marsch so viel als möglich aufzuhalten, und besetzte da-selbst Heppenheim, Weinheim und verschiedne andre Oerter. Als aber dennoch amsechs und zwanzigsten die Türennische Armee bereits bey Heppenheim stand, den Ortnach geschoßner Breche erobert, und weiter ihren Marsch fortgesetzt hatte, so ward dieVereinigung mit dem Gleenischen Corps nunmehr sicher; aber Mercy mußte zugleichder französischen Bewegung folgen, und lagerte sich nun bey Miltenburg diesseits deöMayns. Gleen erhielt Ordre', seinen Marsch zu beschleunigen. Weinheim, das nichtso stark, als der Feldmarschall gewünscht hätte, besetzt war, ergab sich am ersten Ju-lius; und Mercy gieng darauf, ohne die Vereinigung mit Gleen abzuwarten, überden Mayn, und lagerte sich zu Amerbach, einem Posten, von daraus er den französi-schen Bewegungen, wo auch ihre Vereinigung geschähe, überall vorzubeugen hoff-te. Gleen stieß in diesem Lager zur Armee; der Gouverneur von Heidelberg erhielt

E 2 Befehl,