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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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37
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Z7

Feldzug vorn Jahr 1645.

„gab ohne Ursache bor, daß er über den Prinz Conde sich zu beschweren hatte, trennte„sich ohne Abschied, und gieng geradeswegs mit zwey Marschen nach dem Mayn, ohne„daß mair seitdem Nachricht von ihm bekommen hat. Er war ein Mann, in dem„Kriege erzogen, des höhern Commandos gewöhnt, ziemlich ehrgeizig und eigennützig,

„und so begierig alles von sich abhängen zu sehn, daß er fast nie mit einem Chef sich„verstand, und beständig auf Trennungen bedacht war. Uebrigens waren seine Talen-te zuM Kriege groß, und er hat der Krone Schweden mit wahrem Ruhme gedient;

„auch Türenne konnte sein Betragen, als er vor Ankunft des Prinzen Befehle von dem„Marschall annehmen mußte, nicht anders als mit Lobe belegen.

„Indeß waren die Hessen auch nach seiner Trennung verblieben, und die Armee„rückte über Schrotsberg nach Rothemburg an der Tauber. Es ergab sich am siebzehnten„Julius, und man machte einige Tage darin Halte. Mercy aber ließ drey oder vier„hundert Mann in Dünkelfpihl zurück, und zog sich tiefer ins Land nach seinem alten„Lager von Feuchtwangen, wo er hinter den Waldungen campirte. Am dreyßigsten„Julius rückte unsre Armee hart bey diesem Lager vorbey gegen Dünkelfpihl an, und in„der Absicht es zu belagern. Man hatte schon einige Infanterie in nahliegende ver-„wüstete Häuser geworfen und einige Laufgräben geöffnet, als vor Mitternacht ein ge-gangener Officier, der sich selbst ausgelöset, dem Marschall Türenne die Nachricht„brachte, daß Mercy, der sie bereits in der Belagerung verwickelt glaubte, die ganze„Nacht hindurch marschirt wäre, und nur auf zwey Stunden von ihnen hinter den„Waldungen stünde." Es brach auch in der That die bayrische Armee auf, um den PufendorfFranzosen in einem vortheilhaften Posten auf dem Galgenberg zu Dünkelfpihl zuvor- Merjan.zukommen, und gieng bey Dürrwangen und einer nahgelegenen Mühle über die Salze.

Weil aber ihre Artillerie nicht sobald als sie vermeynt übergehen konnte, so machte siedie Nacht über Halte, ohne ihren Marsch fortzusetzen. „Türenne gab dem Prinzen„sofort von diesem Vorfalle Nachricht; und es wurde beschlossen, die sämmtliche Baga-ge mit zwey oder drey Regimentern Cavallerie zurückzulassen, und mit der ganzen Ar-„mee aufzubrechen und dem Feldmarschall Mercy zu folget:. Eine Stunde nach Mit-ternacht geschah der Aufbruch; Türenne hatte die Avantgarde, und man passirte mit„derselben ein Holz in der Gegend des Dorfs Halsbach; der Prinz war bey ihr zuge-„gen, und ließ den Marschall Grammont bey seiner Armee, so die Arriergarde machte,

„zurück. Als man aus diesem Holze vorrückte, war der Tag schon hell geling, um„weiter vor sich hin einen kleinen Trupp von den Bayern zu entdecken. Und bald dar-auf, als dieser zurückgetrieben worden, sich man einige Escadrons, die, so wie sie die Tete

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