Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
38
JPEG-Download
 

58

Feldzug von: Jahr 1645.

„von unserer Avantgarde gesehn, eiligst zu ihrer Armee sich zurückzogen, davon sie auch„die Avantgarde machten. Ware man also von unsrer Seite nicht so früh am Tage„aufgebrochen, so hatte man die Feinde im Marsche, und folglich in sehr übler Stel-lung gefunden. Itzt machten sie Halte hinter vielen Teichen, stellten sich eu bataille,„führten ihr Geschütz auf, und fiengen an Arbeiten vorwärts auszuwerfen und ihre„Front zu verschanzen. Auch die französische Armee stellte sich, sobald sie aus dem Holze„ausrückte, en Kamille; sie konnte aber nicht anders dem Feinde sich nahen, als durch„Defilees. Man ließ also das Geschütz vorrücken, das den Feinden allerdings vielen„Schaden that, das seine aber, das bereits stand, den Unsern noch weit mehr; der„ganze Tag verstrich unter dieser Kanonade, und von beyden Theilen mit beträchtlichem„Verlust. Am zweyten August des Morgens um zwey Uhr zog unsre Armee auf dem«nämlichen Wege, da sie gekommen, sich auch wieder zurück; es war ein Defilee durch„Waldungen. Der Feind folgte aber nur mit einiger Cavallerie, so daß es auf ein„bloßes Scharmützel hinauslief; obgleich ein Zeitpunkt sich ereignete, wo es ihm möglich„war, einen Theil unsrer Arriergarde zu Grunde zu richten. Die Armee gieng durch„den Wald, und kam wieder zu ihrer Bagage in der Gegend von Dünkelspihl und cam-„pirte. Man hielt aber nicht für gut, vor einem so unbeträchtlichen Platze sich aufzu-halten, und beschloß nach Nördlingen zu marschiren, und, wie auch leicht geschehen„konnte, dem Feinde daselbst zuvorzukommen. Am dritten August mit frühem Tage„brach die Armee auf, und nahm den Weg über Wilburgstätten, Frankting und Mark-„taffing gegen Nördlingen. Nach einem Marsche von zwey oder drey Stunden erreich-te sie des Morgens um neun Uhr die Ebne nahe bey diesem Orte; und weil noch nichts„vom Feinde zu sehen war, so beschloß man einen Halt, mit einiger Absicht daselbst zu„campiren; jedoch noch vor der Hand ohne Befehl zum Abladen der Bagage und Auf-„schlagcn der Zelter. Türenne und der Prinz giengen beyde, ein jeder für sich, mit„einer kleinen Bedeckung weiter vorwärts in die Ebne, und Türenne traf auf eine kleine„deutsche Parthey, die hier patrouillirte: man machte einige Gefangne; und diese sag-ten aus, daß die feindliche Armee ohngefähr eine Stunde davon einen Bach pas-„sirte, um Nördlingen sich zu nahen. Sofort begab sich der Marschall zum Prinzen.„Man erfuhr, daß zwischen dem Orte, wo man stand, und dem Orte, wo der Feind über-„gieng, kein ander Gewässer mehr war, und schickte der Armee Befehl, daß niemand„von seiner Fahne sich entfernte. Die Generale aber giengen indeß noch weiter, um„vorwärts das Land zu recognosciren und sichre Nachricht vom Feinde zu„erhalten , ob er seinen Marsch auch wirklich fortsetzte. Die Ebne ist frey

»und