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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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39
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Feldzug vom Jahr 1645. Z 9

„und so groß , daß man ohne Gefahr auch mit schwacher Bedeckung vor-,-rücken konnte.

„Mercy hatte indeß schon am zweyte«, August mit der französischen Armee zu-„gleich sich in Bewegung gesetzt, und war über Burk und Veyrberg neben dein Hassel-„gebirge vorbey auf Wassertrudingen, Oettingen und Allerheim an der Wernitz mar-„schirt. Am dritten früh Morgens um neun Uhr stand er am Ufer dieses Bachs. Er„glaubte, daß unsre Armee, wie auch wirklich geschehn, in der Ebne von Nördlingen,

„das wir belagern wollten, campirte, und hoffte, wenn er ohne Bagage übergienge,

„so könnte er durch die Höhen und die andern Vortheile, die er nehmen könnte, begün-„stigt, Nördlingen mit Sicherheit sich nahen. Auch mochte er wohl glauben, daß wir„diesen Tag ihn nicht angreifen würden; und so hakte er Zeit gehabt sich zu verschan-zen, weil er gewohnt war in größter Eilfertigkeit es zu thun, und selten andre Wa-„gen bey der Armee hatte als Mnnitionöwagen und die zum Schanzzeug. In diesen„Hoffnungen setzte Mercy seinen Weg fort und gieng über den Bach, um jenseits dessel-ben Posto zu fassen. Drey bis vier hundert Schritt von seinem Ufer lag ein Berg, 5- aus„der von der Seite, wo die Bayern herkamen, zur Rechten äußerst steil war, sodann ^"'""'„aber nach der Linken sanft und nach und ««ach gegen ein Dorf ablief, das den Namen„Allerheim führt. Diese Gegend der Starke seiner Armee und ihrer eignen Stärke„gemäß zu nutzen, stellte Mercy seinen rechten Flügel, der aus dem Corps kaiserlicher„Truppen bestand, mit einigen der seinen vermengt, von dem Theile des Berges an,

„der am nächsten an den Bach stieß, bis hin gegen das Dorf. Zwey Regimenter zu„Fuß und die Artillerie schloffen diesen Flügel zu äußerst auf der Rechten. Links aber„an denselben stieß die Infanterie, und formirte sich hinter dem Dorfe, das auf mehr als„vier hundert Schritt vorwärts der ganzen Front vorlag. Während des Gefechts hat„die Infanterie fast insgesammt in diesem Dorfe gefochten; zu Anfang aber standen„nur einige Commandirte in der Kirche, dem Thurme und einigen adlichen Höfen.

„Der linke Flügel bestand aus der bayrischen Cavallerie unter dem Commando des„Johann von Werth, und endigte sich an dem kleinen Schloß Allerheim, so gleich-„falls wieder ein wenig sich erhob. Rings um das Schloß stand Infanterie, und„schloß diesen Flügel, so wie die zwey Regimenter den rechten. Die Cavallerie, so wie„die Infanterie/ stand in zwey Linien, und das Terrain zwischen dem Dorfe und dem„Schlosse war eine Ebne, die etwa zwölf oder dreyzehn Escadrons de Front fas-„sen konnte. In dieser Ordnung stellte sich der Feldmarfchall Mercy, zur Schlacht«sowohl als zürn Lager, wenn man nicht gegen ihn anrückte. Der Prinz, nachdem

„er