42 Feldzug vom Jahr 1645.
„auf einen Augenblick, und sagte, daß, wenn es ihm beliebte ihn mit einigen Esca-drons, die von der zweyten Linie noch übrig waren, und mit den Hessen zu unterstützen,„so gienge er nun zum Angriff fort. Der Prinz bewilligte es, und Türenne stieg den»B«g weiter hinauf an der Tete des Regiments von Flexstein. Auf hundert Schritte»vop dem Feinde warf er einen Blick rückwärts nach dem Erfolg der andern Gefechte,„und sah die ganze französische Cavallerie rechten Flügels und die Infanterie, die vom»Dorfe abgeschlagen worden, wie alles in der Ebne in völliger Flucht war.
„Als Türenne mit seinen acht oder neun Escadrons den Berg weiter Hinaufritt,„gab die^Infanterie des Feindes, die an beyden Enden dieses Flügels als Flanken stand,»ihm eine Salve. Die Artillerie aber hatte Zeit zu drey oder vieren, die ersten mit„Kugeln und die letzte mit Cartetschen. Von der letzten wurde das Pferd des Mar.„schall Türenne verwundet; ihn selbst traf eine Kugel auf die Rüstung; und ein Theil»der Officiers vom Regimente FleMin, und selbst der Oberste, waren verwundet, ehe„sie zum Choc gegen das Regiment Cavallerie kamen, das ihnen gegenüber stand. Doch„hinderte dies den Flügel nicht, weil er stets in einer Front und Linie geblieben, die„ganze erste Linie des Feindes mit mehr oder weniger Widerstand seiner Escadrons„sämmtlich über den Haufen zu werfen. Die zweyte Linie unterstützte die erste, die„geschlagen war, und das Gefecht wurde hart. Es waren von uns nur ein oder zwey„Escadrons in der zweyten Linie noch übrig, und die Hessen, so die Reserve machten,„standen etwas weit davon ab. Dieß verursachte, daß man itzt ein wenig gedrängt ward,„und Terrain, jedoch ohne zu fliehen, verlor; denn die Escadrons blieben beständig in„Ordnung, und einige waren sogar im Vortheil über die feindlichen; aber die Menge„überwog.
»Die Hessen kamen, und der Prinz an ihrer Tete, der sie mit eben so viel Muth«als Einsicht führte. Die weymarsche Cavallerie, als sie die Hessen hinter sich sahe,«sammelte sich, und alles auf einmal und mit einem einzigen Choc traf auf das ganze„feindliche Corps, das itzt nur eine einzige Linie formirte. Sie wurde durchbrochen,„die ganze Artillerie, die auf diesem Berge stand, erobert, die Infanterie auf den Flü-»geln zu Grunde gerichtet, und Gleen, der kaiserliche General, gefangen.
«Auf der andern Seite war die ganze Cavallerie des Prinzen, erster und zweyter»Linie, und sogar die Reserve unter dem Chevalier Chabot, und die ganze Infanterie,»die Anfangs vom Dorfe abgeschlagen worden und sodann in die Ebne floh, alles gänz-lich zu Grunde gerichtet. Johann von Werth ließ seinen Sieg durch zwey Regimen«»ter verfolgen, die die Flüchtlinge bis auf zwey Stunden Wegs zu unsrer Bagage hin-
«trieben;