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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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64
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64 Feldzug von: Jahr 1647 und 1648.

„und Bayern zum Freunde behielte, würde dadurch der Herr von Deutschlands Ange-legenheiten seyn. Gienge man aber mit der Armee aus dem Reiche, so machte man„Bayern zum Richter, und ließe es im Stande, sobald es für gut fände, sich gegen„Schweden zu wenden.

„Aller dieser Gründe ungeachtet erhielt Türenne Befehl, mit seiner Armee nach„Flandern zu marschiren. Er hatte langst im Voraus gesehn, daß die deutsche Ca-„vallerie Schwürigkeit machen würde zu folgen, weil man ihr auf fünf bis sechs Mo-„nate die Löhnung schuldig geblieben; und er hatte auch diesfalls dem Hofe Vorstellung„gethan. Dieser aber, der damals außer Stand war, irgends eine beträchtliche Sum-„me zu zahlen, gab nur zu einem einzigen Monat das Versprechen, und auch dieser„war noch nicht zum Auszahlen bereit, als die Armee marschiren sollte, weil die Kauf-leute Schwürigkeit machten, die ausgestellten Wechsel anzunehmen. Dem allen ab-zuhelfen , schickte der Marschall die Cavallerie in gute Quartiere, vertheilte das ganze„eroberte Land unter sie, und begegnete ihnen in allem so gut er nur konnte. Er aber„für sich gieng nach diesem mit der französischen Infanterie vorwärts, um Höchst,„Steinheim, Aschaffenburg und andre kleine Plätze zu nehmen, so den Kaiserlichen beym„Marsche der Mitten gegen Bayern wieder in die Hände gefallen waren, und die an-„jetzt die Eroberungen längst des Rheins sicher stellten. Mit Ende des Mays, nach-dem solches geschehn, kam der gemeßne Befehl, ohne Zeitverlust nach Flandern zu mar-„schiren. Türenne glaubte damals, daß die vornehmsten Officiers von der deutschen„Cavallerie Ursache hätten zufrieden zu seyn, weil er den Herrn von Fleckstein zum„Generalmajor gemacht, dem Herrn von Noßwurm das Gouvernement von Schorndorf„ertheilt, und für Rosen, der eben aus der Gefangenschaft zurückkam, die Generallieu-„tenantsstelle bey der Cavallerie ausgewirkt hatte, so vor ihm der Herr von Doubatel„gehabt. Das Rendezvous der Armee war zu Philippsburg, und alles gieng daselbst„über den Rhein ohne den geringsten Widerspruch, und marschirte darauf zwischen„Strasburg und Zabern. Hier aber kam Rosen, der seit der Auswechslung nicht aus«dem Quartiere gegangen war, zum erstenmale zum Marschall Türenne.

„Die Ruhe, so die Cavallerie in ihren Quartieren genossen, die Nachbarschaft„des Quartiers vom General Rosen, wo die Officiers ein- und ausgiengen, und die„Entfernung des Marschalls, der daher kein wachsames Auge auf sie haben konnte, ga-„ben verschiednen Officiers Anlaß zu vielen Berathschlagungen gegen diesen Marsch nach„Frankreich. Der Herr von Rosen unterhielt diese Gesinnungen, vielleicht zwar nicht„darum, daß er eine gänzliche Revolte gewünscht hätte, sondern damit die Schwürig-

„keiten