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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1647 und 1648.

„fangen; was aber bereits jenseits des Defilee stand, entkam, und gieng in größter Eil„nach dem Mayn. Ein Theil von ihnen stieß in der Folge zu den Schweden, und„wurde daselbst wieder in Regimenter formirt; viere blieben getreu, Türenne, Kanofs-„ky, Oheim und Jung-Rosen.

„Weil der Feldzug in Flandern indeß noch nicht zu Ende war, und Türenne die„Cavallerie, so ihm nach der Revolte geblieben, bereits dahin abgeschickt hatte, so stellte„er nunmehr aus seinen Resten die andern Regimenter bis auf zwey wieder her, gab„den Compagnien Officiers, und überließ ihnen die Gefangnen und alles, was nach„dem Gefechte von selbst wieder zurückgekehrt war. Hierauf gieng er mit seiner In-fanterie und dieser hergestellten Reuterey gegen den September nach dem Herzogthum„Luxemburg, empfieng aber daselbst Befehle, nicht weiter zu gehn, sondern blos eine„Diversion zu unternehmen, und verschiedner kleiner Schlösser sich zu bemächtigen. Er„that es, und nöthigte dadurch den General Beck, daß er mit einem Corps von vier„bis fünf tausend Mann von der großen Armee der Feinde in Flandern sich trennte.

"Inzwischen kam der Winter herbey, und machte von beyden Seiten alle Unter- Merlan, Pu«„nehmungen in dortiger: Gegenden unmöglich; unterdessen aber erfuhr der Marschall und„Türenne, daß in Deutschland die Sachen sich äußerst geändert hätten. Der Anfang„des Feldzugs war den Schweden zwar günstig gewesen, und sie hatten, der Trennung„von der französischen Armee ungeachtet, Eger in Böhmen erobert, und bis zum Ende„des Septembers sich in diesem Königreiche behauptet. Als aber der Churfürst von„Bayern zu dieser Zeit nochmals für den Kaiser sich erklärt und die Tractaten von Ulm„gebrochen hatte, so rückten beyde Armeen vereinigt gegen die Schweden an, und„Wrangel zog sich durch Sachsen und Thüringen bis nach dem braunschweiger Lande,

„der Weser und der Grafschaft Schaumburg zurück. Die Kaiserlichen und Bayern,

„unter den Generalen Grafen von Holzapfel *) und Gronsfeld, folgten zur Seite ihm„nach, und giengen gegen die Mitte des Novembers über die Werre und die Edder,

„worauf sie die Stadt Marpurg eroberten, das Schloß hingegen sich erhielt, und so-dann die Grafschaft Waldeck, die Wetterau, Fulda und Franken mit ihren Quartie-ren belegt ward. So war die Lage der Sachen, als der französische Hof, durch sie„bewogen, dem Marschall Türenne Befehl schickte, wieder nach Deutschland zurückzu-kehren, und dieser am Ende des Octobers dahin aufbrach. Man erfuhr auf dem

I Z „Marsche,

*) Melander, Graf von Holzapfel, hatte bis über, nachdem ihm zuvor die verwittwete164z die hessencasselschcn Truppen commandirt, Landgräfin das Commando über ihre Truppenund gieng sodann zur kaiserlichen Parthep genommen.