Feldzug vom Jahr 1647 und 1648. 71
„Bayern aker den Krieg wieder anzukündigen, hatte er keinen Befehl. Da aber im„ganzen Reiche der Ruf sich verbreitete, daß man noch immer in Frankreich mit dem„Churfürst sich verstände, fo glaubte der Marschall, eine offne Erklärung würde die„Schweden und andre mit ihnen verbundne Fürsten von Deutschland wieder beruhigen,„und der Hof hat in der Folge diesen Schritt gebilligt.
,'Indeß nun die Türennifche Armee übergieng, rückte auch Wrangel näher heran,„und nahm seinen Weg über Fritzlar, Merzhaufen, Rumrothel und Saalmünster nach„Gmünden am Mayn, und Arnstcin, wo die Armee am sechzehnten Februar anlangte„und die Annäherung der französischen erwartete; diese traf zu eben der Zeit zu Lohr„ein, und die Marschälle besprachen sich zu Gmünden. Nach der Vereinigung giengen„die Hessen, so den Schweden bisher gefolgt waren, nach ihrem Lande zurück; die„Kaiserlichen aber, so nach ihren ersten glücklichen Erfolgen durch verschleime kleine Be-lagerungen sich geschwächt hatten, zogen in größter Eil gegen die Donau, giengen über,„und sehten sich unter die Kanonen von Ingolstadt, einem bayrischen Platze. Die„schwedische Armee rückte über Kitzingen, Uffenheim und Windsheim nach Leutershau-„sen, die französische über Remlingen, den Tauber und Bischofsheim nach Creylsheim.„Am drey und zwanzigsten März vereinigten sich beyde in einer Ebne zwischen Feucht-„wangen und Dünkelspihl, nahe am Ufer der Donau, und hier machte man einige„Tage Rast, in der Ungewißheit, wohin man sich wenden würde. Wrangel hatte„zur Absicht, in die Oberpfalz einzurücken, und Eger, das die Kaiserlichen bloquirt hiel-ten, zu entsetzen. Türenne aber fürchtete, daß nach diesem Schritte der Fortgang„des Kriegs bis nach Böhmen hinführen, und ihn also viel zu weit von Schwaben ent,„fernen würde, dem einzigen Lande, aus welchem er die Bedürfnisse für seine Armee„an sich ziehen konnte. Er weigerte sich also, dieses zu thun, und man blieb einige„Tage in Unterhandlungen, ohne daß gleichwohl irgend eine Gährung ausbrach; end-lich aber trennte man sich, weil man nicht eines Sinnes geworden. Die Schweden„giengen am Ende des Märzes nach der Oberpfalz bis in die Gegend von Salzberg„und Heyneburg, und Königsmark mit einem beträchtlichen Corps wurde detaschirt,„Eger mit Proviant zu versehen. Türenne verblieb zwischen Würzburg und Bamberg,„wohl überzeugt, daß die Schweden für sich allein nach Böhmen nicht gehen würden,„und nahe genug zur Vereinigung, wenn sie anders Sinnes geworden. Auch waren„die vorhin rcvoltirten Reuter, so wie gesagt, nach dem Angriff an dem Tauber zu den„Schweden gegangen; eine von den Ursachen, die den Marschall Türenne bewegen„mußten, sich nicht von Schwaben zu entfernen. Denn es hatten sich wohl schon an