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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
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95
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vom Jahr 1648 bis 1652. 95

vom Erzherzoge geschickt, die Stellen der in der Schlacht gebliebnen zu ersehen, und denTruppen die Quartiere, wie er sie verlangt hatte, zu geben.

Bald darauf gieng Türenne zur Herzogin von Longueville nach Stenay, wosie bis zum Entlasse der Prinzen, beyde einerley Schlusses zu bleiben, gelobt hatten.Der Herzog von Lothringen und der Graf von Fuensaldagna kamen nach Namur, wosie mit Türennen sich besprachen, und, nachdem sie vier Tage zusammen verbliebet: unddie Winterquartiere festgesetzt hatten, wieder nach Brüssel zurückgiengen. Türennebot dem Churfürst von Cölln Traktaten für das Winterquartier im lütticher Lande, undführte, als die Unterhandlungen sich zerschlagen hatten, seine Truppen dennoch dahin.

Wahrend der Zeit erhoben sich in Paris neue Unruhen, und es zeigte sich zurFreyheit des Prinzen viele Hoffnung. Weil aber so viele von den Cabalen dieser Zeitgeschrieben haben, so wird man hier nichts weiter davon sagen, als daß Türenne, wohlunterrichtet, daß in kurzem Veränderungen sich zutragen würden, zu der Zeit bey sei-nen eignen Truppen, oder wenigstens etwas weit von Brüssel verblieb. Weil nun dieSpanier ihm vermöge der Traktaten bereits mehr als 300,020 Nthlr. schuldig gewor-den, so bot Fuensaldagna ihm 100,000 an; er hielt es aber nicht für gut, sie zu ei-ner Zeit anzunehmen, wo die Umstände ihn vielleicht zwingen würden, auf Mittel zudenken, sich von den Spaniern loszuziehen. Bald darauf erfuhr er durch den Herrnla Berge, den die Herzogin von Longueville ihm gesandt hatte, daß der Prinz aus demHavre entlassen und zu Paris sey, der Cardinal Mazarin aber selbst nach dem Havregegangen wäre, in der Hoffnung, den Prinzen in sein Interesse zu ziehen, und ihn zubereden, daß er die Freyheit ihm gegeben hätte, obgleich in der That die Vorstellungendes Parlements und die Verbindungen des Herzogs von Orleans mit dem Cardinal vonRez ihn dazu gezwungen hatten. Als dies aber dem Cardinal wieder mislungen war,blieb er, in der Hoffnung, daß der König und die Königin Paris verlassen, undihm nach der Champagne folgen würden; diese aber wurden durch die Wachen, die dasVolk und der Herzog von Orleans gegen des Königs Pallast aufstellen lassen, darangehindert, und Mazarin wurde gezwungen, nach Sedan, Lüttich, und endlich nachCölln zu gehen, woher er, wie die Folge zeigen wird, zurückgekommen ist.

Türenne, der zu der Zeit zu Röche im Ardenner Walde war, gieng unverzüglichnach Stenay, um Mittel zu suchen, auch der zweyten Bedingung des Traktats mitSpanien eine Genüge zu thun, und nachdem Entlasse der Prinzen daran zu arbeiten,daß ihm ein gerechter, gleich- und billiger Friede würde. Er ließ den Grafen vonFuensaldagna wissen, daß, obgleich der Prinz von Conde' in Freyheit wäre, so die erste

Bedin-