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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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96
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96 Bürgerlicher Krieg

Bedingung des Traktats gewesen, und man von der unterlaßnen Zahlung der ver-sprochnen Gelder allerdings auch einen billigen Vorwand nehmen könnte, von der zwo-ten Bedingung sich zu befreyen, so hielte er doch in Betracht der verbindlichen undfreundschaftsvollen Begegnung von seiner Seite, und der vollen Ueberzeugung, in welcheer selbst seyn müßte, daß die Unmöglichkeit und nicht Mangel von gutem Willen dieZahlung des Schuldigen gehindert hätte, sich für verbunden, Stenay nicht eher zu ver-lassen, als nachdem er alle billig nur zu fodernde Zeit angewandt, an der Erfullun-der zwoten Bedingung zu arbeiten.

Wenig Tage darauf gieng die Herzogin nach Paris, nachdem sie zuvor nach Brüs-sel gesandt hatte, und die Spanier wissen lassen, daß sie von ganzem Herzen an demFrieden arbeiten, und ihnen für den Beystand danken würde, den sie dem Prinzen, ih-rem Bruder, zu seiner Befreyung geleistet hätten. Türenne verblieb zu Stenay, undwar über die Abreise der Prinzessin nicht urzzufrieden, nicht etwan, daß das gute Ver-ständniß zwischen ihnen aufgehört hätte,, sondern weil er, da ihn sein eignes Interessenicht sehr trieb, mit voller Ehre aus der Sache zu kommen wünschte. Er schrieb anden Prinzen, daß er es für sehr billig hielte, unverzüglich einen Mann von Ansehn mitdem Auftrag von Frieden abzuschicken, und er glaubte nieht, daß man mit Ehren vonden Spaniern sich zurückziehen könnte, wenn man nicht zuvor durch That ihnen bewie-sen, daß man mit ganzem Ernst an den Aieden gedächte, und ihnen daher billige Vor-schläge gethan hätte. ^Der Hof schickte den Herrn von Croissy nach Stenay, und derErzherzog auf Türennens Mitten den Herrn Friquet. Man that alles, um die Unter-handlungen vorwärts zu bringen, und schlug vor, daß von Frankreichs Seite der Her-zog von Orkans mit gewissen benennten Personen und voller Gewalt sich an die Gränzebegeben wollte, wem der Erzherzog mit gleicher Vollmacht vom König von Spanienanlangte, wie man denn spanischer Seits beständig vorgab, daß der Erzherzog dieseVollmacht, den Frieden zu schließen, hätte. Auch ließ Türenne außerdem den Gra-fen von Fuensaldagna "wissen, daß man Spanien in Portugalls und Cataloniens Be-tracht genug zu thun gesonnen, wenn nur die andern Friedensbedingungen billig waren.Aber man erkannte gar bald, daß keine wahre Vollmacht von spanischer Seite in Flan-dern war, und daß, allem Ansehn nach, die großen Hoffnungen, die nffm sich daselbstvon den innerlichen Unruhen gemacht, alle Gedanken von einem so baldigen Friedenentfernt hatten. '

Räch zweyer Momte Unterhandlung schrieb Türenn^ dem Grafen von Fuensal-dagna, daß, nachdem er auf seiner.Seite alles gethan hätte, was er zur Beförderung des

Friedens