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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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126
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Feldzug vorn Jahr 1652.

es ihnen doch nie, auch nur einem einzigen Convoi zu begegnen. Es fielen aber öftre, dochVork. nicht beträchtliche Scharmützel vor." In dem einen derselben hatte Seguin, Rittmei-ster von Beauveau, der oft auf Parthey ausgieng, sich in Hinterhalt gelegt, und ließdie Fouragirer des Feindes sich zerstreuen und ihre Arbeit anfangen, und brach sodannvor. Anfangs kam nur ein einziges Escadron ihm entgegen; als er aber diesem entgegengieng, 'erschienen plötzlich noch vier andre, und Zeit zur Retraite war nicht mehr da.Er theilte also mit ivenig Worten seine Leute in fünf Trupps zu zwey Gliedern, undgriff an. Sechzig von den Feinden blieben, und fünfzig wurden gefangen, worunterein Major und zwey Rittmeister waren; das feindliche Regiment hieß Alt-Würtemberg.

„Es kamen endlich die Herbstregen, und die Wege wurden so schlimm, daß diePferde nicht länger im Stande waren, so weit nach Fourage zu gehn, und man endlichauf den Aufbruch gedenken mußte. Man hatte schon zuvor Brücken in großer Zahlüber den Peres geschlagen, und mit Eingang der Nacht vom 4ten zum 5ten Octoberbrach die Bagage der Armee auf, und drey Stunden nachher die Armee selbst. Ein' Corps Cavallerie und Dragoner deckte die Bagage, und hatte Befehl, auf den Höhenvon Corbcil, wo die Armee sich lagern sollte, hinter den Redouten, die der Herr vonVaubecourt bereits daselbst auswerfen lassen, aufzumarschkren. Die Wachen vom Lwger hatten die Arriergarde, und brachen die Brücken hinter sich ab; die Feinde aber er-I)ork. fuhren den Marsch nicht eher, als bis die Armee Corbeil schon erreicht hatte.« Dochunternahmen sie in derselben Nacht, die Brückenschanze zu stürmen, die das RegimentNettancourt und vierzig Pferde jenseits der Seine besetzten, nachdem sie oberhalb derBrücke große Lasten Holz ins Wasser gelassen und sie mit vieler Sorgfalt auf der Mit-te des Stroms fortgeführt hatten, um die Brücke zu zerreißen. Der Anschlag gelang,und das Regiment Nettancourt fand die Brücke, als es seinen Befehlen zufolge über-gehen wollte, zerrissen, und ließ den Zufall an den Marschall Türenne wissen, der sei-nen Marsch indeß nicht aufhalten konnte, und ihm den Befehl schickte, auf der andernSeite des Flusses nach Corbeil zu marschiren, wo es dann auch glücklich anlangte.Der Feind erschien darauf mit Anbruch des Tages vor der Brückenschanze, und er-staunte, sie verlassen zu sehn, noch mehr, als er auch die Armee des Königs nicht mehrfand, und diese Truppen waren die ersten, die ihren Generalen Nachricht vom Auf-bruch überbrachten. Der Prinz von Conde' war bereits seit einigen Tagen wegen leich-ter Unpäßlichkeit in Paris, und man wollte damals stark sagen, daß er, wenn er ge-genwärtig gewesen wäre, die Armee auf ihrer Retraite würde attaquirt haben. Es istaber dennoch gewiß, daß bey den Vorsichten, mit denen sie zwischen dem Lager und Cor-beil