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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vom Jahr 1654.

rend seines Aufenthalts in der französischen Armee Klagen über den Marschall Türennegehört habe, daß er Menschen ohne Noth aufopferte. In der Folge aber, nachdemdie Verschanzungen formt waren, erkannten diese Officiere ihren Fehler, weil der Mar-schall eben in der Zeit, da er sich selbst wie die andern dieser Gefahr blosstellte, den Ortdes künftigen Angriffs ersah; und hatte er nicht mit seiner ganzen Bedeckung sich ge-naht, so wären die Feldwachen des Feindes nicht, wie sie thaten, gewichen, und ihmwäre es unmöglich gewesen, alles mit so großer Genauigkeit zu sehen. Er selbst abernahte sich mit einigen Volontairs so sehr, daß das Pferd von Mylord Germain durcheinen Musquetenschuß blieb, davon die Kugel, nachdem sie durch das Pferd durchge-gangen, dem Mylord eine starke Contusion gab. Einige Officiere nahmen sich dieFreyheit, dem Marschall vorzustellen, daß er sich zu sehr wagte, wenn er dem Feindein einem offnen Lande so nah käme, wo dieser seine Escorte Mann für Mann überzäh-len , und mit überlegner Macht aus den Verschanzungen ausrücken könnte. Der Mar-schall gestand es, und daß er dem Prinz Conde' gegenüber das Nämliche nicht wagenwürde; weil er aber mit den Spaniern gedient hätte, so kennte er ihr Phlegma und ihreGebräuche, und wüßte gewiß, daß Fernando Solis nichts von sich selbst unternehmendürfte, sondern Bericht an den Grafen von Fuensaldagna, als seinen commandirendenGeneral, schicken müßte, dieser an den Erzherzog, der Erzherzog aber an den Prinz vonConde', um diesen zu einem Kriegsrathe einzuladen; während dessen aber würde er dieLinien recognoscirt haben, ohne weitre Gefahr als was die Kanonen brächten, und sichsodann zurückziehn. Es geschah, wie Türenne es vorausgesehn hatte; die Spanier blie-ben ihren Formalitäten getreu, und beschlossen in einem Kriegsrathe, den MarschallTürenne anzugreifen, als es nicht mehr Zeit war. Conde' erzählte es nachmals demHerzog von Z)ork selbst.

„Als hierauf Türenne wieder in dem Lager zurückgekommen war, ließ er sofort„den Marschall la Fette'wissen, daß die Cavallerie des Feindes, die den Convoi ihm„zubringen wollen, den Weg nach Douay eingeschlagen, und wahrscheinlich suchen„würde, bey der Nacht die Verschanzungen zu erreichen. Der Marschall la Ferte'„gab allen nöthigen Befehl, und ließ seine ganze Cavallerie aufsitzen; durch das Ver-gehen aber eines Officiers, der mit einem kleinen Commando Cavallerie auf dem„Wege postirt war, und keinen Rapport an die Armee schickte, warf sich der Marquis„von Bouteville glücklich mit seiner Cavallerie, die Pulver und Grenaden hinter sich auf„hatte, in die Verschanzungen ein, und als man dies erfuhr, wurde beschlossen, auf„den folgenden Tag den Angriff zu thun. Nachdem alles erwogen worden, hielt man

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