i 6 o Feldzug vorn Jahr 1654.
„es für das Beste, mit allen Armeen zugleich, in zusammenhangender Front, und des„Nachts anzugreifen, weil Türenne von jeher der Meynung gewesen, nicht mit abge-sonderten Corps von verschiednen Seiten her den Angriff zu thun, da alsdann oft ein„jeder auf den andern wartet, so daß die Zeit verstreicht, und der Tag kömmt, über-„dem, wenn keiner den andern sieht, gar oft der Verdacht einreiht, daß die andern ge-schlagen worden. Auch können am Tage die in der Verschanzung ihre Truppen,„da wo die Gefahr am dringendsten ist, zusammenhalten, des Nachts aber dürfen sie„es nicht wagen, irgends eins von ihren'Quartieren zu entblößen. Die größte„Schwürigkeit bey dieser Art von Angriff ist, daß die Märsche des Nachts allezeit„schwer, und der Gefahr unterworfen sind, daß man sich verirrt; und darum müssen„Läger, so diese Absicht haben, nahe an den feindlichen Verschanzungen gewählt werden,„um diesem Unfall zu entgehn."
Nork. Der Marschall Türenne war die Seele der ganzen Unternehmung, die ohne ihn
nie beschlossen seyn würde, weil er nichts anders zum Zweck hatte, als das Beste desVaterlands und den Dienst seines Königs; die meistert der andern Generale aber blosdurch eignen Nutzen geleitet wurden, und sich ganz offen und mit allen ersinnlichenGründen seinem Entschlüsse widersetzten. Die Marschälle la Ferte' und Hocquincourt,Navailles, Bar und fast alle Generale, den Herzog von Aork und Grafen von Bro-glio ausgenommen, hielten das Unternehmen für einen Entschluß der Verzweiflung,misbilligten es laut, und suchten sich im Voraus frey zu sprechen, wenn es mislänge.Hocquincourt und seine Officiers schlugen einen bloßen Versuch ohne Nachdruck vor,als ein gutes Mittel, die Ehre der Truppen zu retten, da ein glücklicher Erfolg ihrenGedanken nach ohnedem unmöglich seyn würde. La Ferte' schickte selbst, nachdem dieSache schon beschlossen war, einen Trompeter an den Marschall Türenne, der unver-muthet in das Zelt desselben trat, als er des Abends mit verschiednen Officieren speisete,und ihm sodann sagte, daß sein Herr ihn abgeschickt habe, um dem Marschall Rechen-schaft von dem zu geben, was er von den feindlicher: Verschanzungen, da er eben her-käme, gesehn, und seinem Gewissen nach nicht verschweigen könnte. Es hätten dieFeinde die Verschanzungen beträchtlich erhöht, man würde große Schwürigkeit finden,den Vorgraben zu passren, und jenseits desselben hätten sie Wolfsgruben ausgestochen,und zwischen denselben Pfähle eingeschlagen, die Verschanzungen selbst aber wären überallstark mit Truppen besetzt. Türenne befahl dem Trompeter, sich zu entfernen, undsagte, daß, wenn die Ehrerbietung gegen seinen Herrn ihn nicht zurückhielte, er ihn so-fort in Eisen würde werfen lassen. Indeß da der Marschall bey seinem Entwürfe ver-blieb,