Feldzug vom Jahr 1654. 171
„Der Hof, der bisher zu Peronne gewesen, kam fünf oder sechs Tage nach der„Befreyung selbst nach Arras, erhob sich aber bald darauf wieder zurück nach Paris,
„weil aus Mangel von Zubereitungen die Belagerung eines wichtigen Platzes unmög-lich geworden war, und die feindliche Armee sämmtlich in ihre Platze sich einwarf.
„Die Marschälle la Ferte' und Hocquincourt folgten dem Hofe, Türenne aber brach„am letzten August mit der Armee nach Cambray auf, und lagerte sich zu Sauchi-„Cauchi, worauf er am dritten September bey Thun St. Martin die Scheide passirte,
„und den folgenden Tag zu Saulfoy und am fünften zu Quieuvrain das Lager auf-schlug. Hier erfuhr der Marfchall, daß le Quesnoy, dessen Außenwerke halb ge-schleift waren, eine ganz schwache Besatzung hatte, und marfchirte drey Stunden wie-„der rückwärts, um den Platz zu überfallen, der gleich am folgenden Tage sich ergab.„Alsdann gieng der Marsch von daraus nach Binche, einem elenden Platz, der gleich-falls sich ergab, worauf die Armee bis zum zwey und zwanzigsten September daselbst„verblieb, nachdem sie eine Besatzung zu le Quesnoy zurückgelassen hatte."
Wahrend dieser Marsche gab der Marschall Türenne seinen Generallieutenantö Nork.mehr Beschäffrigung, als sonst die Gewohnheit gewesen war, weil vordem nur ein ein-ziger, der den Tag hatte, im Dienste war, die andern aber in der Suite des Geueralsund ohne bestimmtes Geschähst blieben. Der Marschall befahl, daß in Zukunft der, soden Tag hätte, die Cavallerie von der Tete führen sollte, der abgelösete die Infanterie,und der, so den Tag zuvor abgelöset worden, die Cavallerie von der Queue; daß folglichallezeit drey Generallieutenants im Dienste waren. Diese erhielten sogleich den Befehl,bey Defilees allezeit, so oft als möglich, ein jeder für sich eine Passage zu öffnen, sodannaber die Ordre des Marsches nicht zu zerreißen, und die Avantgarde allezeit wieder zu-nächst an dem Feinde marschiren zu lassen.
Die Armee der Feinde versammelte sich inzwischen zu Mons, und detasihirtehäufig gegen die Fouragirungen der französischen Armee, jedoch ohne Erfolg, weil derMarschall selbst die Anstalten verfügte. Als aber endlich die Fourage in der Gegendvon Binche völlig aufgezehrt worden, brach die Armee des Königs zu rechter Zeitnach le Quesnoy wiederum auf, um den Herbstregen zuvorzukommen, die beydes fürdie Cavallerie und die zahlreiche Bagage die Wege äußerst beschwerlich gemacht hät-ten. Man wählte auf diesem Rückmarsch den Weg über Maubruge, weil das Landzwischen diesem Platze und Binche offner ist, und weniger Defileen hat als der Wegnach Bavay, und man gleichwohl gewiß darauf rechnen konnte, den Prinz Conde' be-
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