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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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178
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Feldzug vom Jahr 1655.

„La Fette', der die Avantgarde hatte, brach in der Nacht vom i2ten zum izten„August auf, und erreichte am Mittage Neuville an der Scheide, wo zwey Brücken„übergeworfen wurden, und seine Armee, als sie keinen Widerstand fand, zu passiren„anfieng, und einige Escadrons sich bereits jenseits formirten, als mit Ende des Tages„der Marschall Türenne mit seiner Armee anlangte, und beyde sodann wahrend der„Nacht mit aller Bagage übergiengen. Die Feinde, die an eben dem Tage bey Conde'„die Schelde passirten, rückten gegen Valenciennes, und detaschirten ein Corps Ca-„vallerie noch naher vorwärts bis auf eine halbe Stunde vom Uebergange. Als dieses„aber gesehn, daß es die ganze Armee war, die übersetzte, zog es sich sofort nach der sei-„nen gegen Valenciennes zurück, die sodann in der Nacht ein Detachement zu Boucbain„einwarf, und sich in ihrem Lager verschanzte, jedoch, wie die Folge lehrte, ohne fe-rnsten Entschluß, sich zu behaupten."

Die Partheyen von der Armee des Königs recognoscirten die Stellung des Fein-des, und die Armee brach sogleich nach dem Uebergang auf, um sie darin anzugreifen.Eine Stunde vom feindlichen Lager machte man Halt, und erwartete das Geschütz unddie Munition. Der linke Flügel des feindlichen Lagers lehnte sich an Valenciennes,die Front bedeckte eine alte Verschanzung langst der Höhe von Azin, und ihre Rechtenahte sich dem Walde von St. Amand, jedoch unverschanzt auf der Flanque, und esschien möglich, diese von der Seite des Waldes anzugreifen. » Der Marschall Tü-„renne hatte ein oder zwey Escadrons vorwärts genommen, um die feindlichen Ver-„schanzungen zu recognosciren, und nahte sich ihnen auf den Kanonenschnß. Es war„unmöglich, ihre Bewegungen zu entdecken, weil sie in einem Grunde am Fuße der„Höhe, die sie verschanzt hatten, geschahen; da sie aber ihr schwerstes Geschütz auf den„Marschall abbrennten, so bestärkte ihn dies in der Meynung, daß sie sich zu behaupten„gedächten, und er wartete blos auf die Infanterie und das Geschütz, sie anzugreifen."Inzwischen aber gab er dem Herrn von Castclnau Befehl, mit seinem fliegenden Corps„von zwey bis drey Bataillons und ohngefähr zwölf Escadrons im Walde von St.„Amand auf der Rechten des Feindes Posto zu fasten, und gegen seine Flanque, die,„wie gesagt, ein wenig entblößt schien, zu der Zeit anzurücken, wenn er die Front at-„taquiren würde. Castelnau, als er diesem gemäß vorrückte, sah, daß die Armee der„Feinde sich zurückzog, und nur noch einige wenige Escadrons in ihrem Lager verblieben„waren, weil gleich auf die erste Nachricht vom Anmarsch der Armee des Königs die„Spanier ihre Avantgarde nach Conde' hatten vorausdefiliren lassen. Der Prinz aber„verweilte etwas lange, weil man selten Lust hat, eher sich zurückzuziehen, als bis man

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