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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 1655.

„gewiß überzeugt ist, daß die ganze Macht des Feindes anrückt, und oft schmeichelt„man sich alsdenn zu lange mit der Hoffnung, daß es nur ein Corps Cavallerie sey,

„das gegen uns kömmt. Der Generallicutenant Castelnau schickte indeß an den Mar-schall Türenne Nachricht vom Stande der Sache, und erhielt darauf Befehl, an die„Arriergarde des Feindes sich zu hangen," um wo möglich den Marsch ihrer Armee Aork, Lebenaufzuhalten, und der von dem Könige die Zeit zu verschaffen, daß sie folgen und jeneerreichen könnte.

Es ist zu vermuthen, daß der Erzherzog und der Graf von Fucnsaldagna, alssie den Anmarsch der Armee des Königs erfuhren, es bereuten, daß sie so weit vorwärtssich gewagt hatten. So viel ist wenigstens gewiß, daß sie beschlossen, über die Scheldezurückzugehn, ohne den Prinzen von Conde' zu Rathe zu ziehen, der ihnen gleich An-fangs diesen Marsch vorwärts widerrathen hatte, wenn sie nicht in ihrem Lager sich zubehaupten gedachten. Ein Adjutant vom Erzherzog brachte ihm die erste Nachricht vomAufbruch der Armee, und zugleich die Bitte, die Arriergarde zu übernehmen, und obes gleich für diesmal fein Tag nicht war, den Rückzug zu bedecken. „Der Mangel der„Bagage, so jenseits der Schelde geblieben war, erleichterte ihren Marsch; das Land aber„war sehr eng, und Conde', der alle ihre Truppen durch dasselbe durchdesiliren lassen, blieb„allein mit sieben oder acht Escadrons von der Arriergarde zurück." Es wäre aber auch Aork.diesmal mit ihm aufs äußerste gekommen, wenn Castelnau die Befehle des Marfchallsgenauer befolgt hatte. Allein der erste Anmarsch feines Corps war so schnell, daß erblos mit der Cavallerie die Brücke von Beuvrage erreichte, wo unterhalb Valencien-ues ein Bach, der aus den Waldungen kömmt, in die Schelde sich ergießt, und Mar-sin ihm gegenüber mit einigen Escadrons Cavallerie und Dragonern Posto gefaßt hatte.

Castelnau griff mit der Cavallerie an, und ward, als Conde' selbst sich gegen ihn ge-wandt , mit allem, was das Defilee passirt hatte, in Unordnung wieder jenseits getrie-ben. Als aber endlich die Infanterie anlangte, die nicht eher kommen konnte, weil dieCavallerie die Tete des Marsches gehabt, so verließen die Feinde die Brücke, Castel-nau gieng über, und der Marschall Türenne, der zu eben der Zeit mit seiner Avant-garde die letzten Truppen desselben erreicht hatte, schickte ihm wiederholten Befehl, so hartals möglich die Feinde zu drängen und ihren Marsch zu verzögern. Dieser aber be-sprach sich inzwischen auf Parole mit einigen Bekannten von der Suite des Prinzen, daindeß die Truppen desselben in größter Eil in die letzten Defilees sich einwarfen, bis end-lich ein Officier von einer Höhe auch denen, die sich mit dem Herrn von Castelnau be-sprochen, ein Zeichen gab. „Es blieb also bey dieser Arriergarde blos bey kleine«

Z 2 „Schare