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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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187
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Feldzug vom Iahr 1655. 187

ein Recht zu Wahlen gehabt. Allem die Herzogin von Chastillon, die den Marschallzur Parthey des Prinzen überredet hatte, ward inzwischen arretirt, und der Marschall,der sie liebte, eilte, sich mit dem König zu vergleichen, um den Übeln Begegnungen zu-vorzukommen, die er für sie befürchtete. Die 200,000 Thaler wurden ausgezahlt,das Gouvernement von Peronne dem Sohne des Marschall Hocquincourt, zu dem derCardinal großes Zutrauen hatte, zugestanden, und dieser übergab sodann die FestungenHam und Peronne in die Hände des Königs. Conde', der sich Peronne auf zwey bisdrey Stunden genaht, die übrige Zeit aber mit einem Corps d'Armee bey Cambray ge-standen hatte, zog sich nach der Sambre zurück, sobald er den Schluß des Tractatserfahren. Die Armee des Königs, die bisher unter dem Herzog von Pork zu Mouygestanden hatte, erhielt am roten November Befehl, nach Mondecour zwischen Noyenuud Chauni zu marschiren, und Türenne langte selbst an, um die Bewegungen desPrinzen zu beobachten, von dem man glaubte, daß er Conde' oder St. Guisliain bela-gern würde. Die französische Armee rückte deshalb vorwärts bis nach St. Quiutin.

Als man aber sodann sichre Nachricht erhielt, daß die Feinde weiter rückwärts nach ih-rem Lande sich zögen, so gieng der König und der Cardinal, nachdem sie Ham und Pe-ronne besucht, nach Paris, und der Marschall Türenne folgte, nachdem er die Armeein die Winterquartiere verlegt hatte.

Diesen Winter fieng man zuerst an, die Cavallerie in die Ortschaften zu ver-theilen, und sie auf die Abgaben des Landes anzuweisen. Der Reuter wurde aufzwanzig Sous gerechnet, und den Officieren einige Städte angewiesen, so daß dieTruppen auf der Stelle bezahlt wurden, und man den Aufwand der Remisen und dieNeste von nicht entrichteten Abgaben gewann. Auf der andern Seite dienten die Trup-pen den Einwohnern zu Sauvegarden, und verzehrten wieder bey ihnen den größtenTheil des Geldes, den sie zogen, so daß viele Gegenden mit größrer Sicherheit wiederangebaut wurden, und gegen das allgemeine Urtheil ein Theil von den Dörfern irr Cham-pagne durch diese Vertheilung der Truppen sich wieder erholten.«

Der Herzog, Franz von Lothringen, der nichts von derBefreyung seines Bru- Ramsay,ders hörte, *) und alle Officiere seines Corps gegen die Spanier aufgebracht fand, zog Merlan,alle Truppen, die er hatte, 'zusammen, und ergab sich mit ihnen an der Gränze derPicardie dem König von Frankreich, um bis zur Befreyung des regierenden Herzogs

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*) Der regierende Herzog von Lothringen ward sei arretirt, und Anfangs nach Antwerpen, sodanninrJ. 1654 aufBefehl des Königs von Spanien we. aber nach Spanien gebracht,gen Verdachts geheimer Unterhandlungen zu Brüs-