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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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198
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198 Feldzug vom Jahr 1656.

„dem sie diesen ganzen Tag gebraucht hatten, sich selbst wieder zu sammeln und die Ge-fangnen in Sicherheit zu bringen, so marschirten sie am Tage darauf gerades Weges„gegen die französische Armee. Es ist gewiß, hatte der Marfchall Türenne nichts„weiter als den Verlust von le Quesnoy zu fürchten gehabt, so würde er auch gewiß„an die Gränzen sich zurückgezogen haben. Die großen Folgen aber dieses Rückzugs,„das allgemeine Mistraucn, so dadurch in Frankreich und selbst am Hofe entstand, und„die in diesen Fällen so gefährliche Gegenwart des Prinzen von Conde' bewogen den„Marschall, lieber den Feind zu erwarten, als einen Rückzug zu unternehmen, der so„viel Unglückliches nach sich ziehen konnte."

Bussy-Ra. Die Armee stand zwischen le Quesnoy und dem Walde von Mormaux, mit derbutm. rechten an die Waldung, mit der linken an der Stadt, einen kleinen Bach vor der Front,und „es mußten die Feinde auf dem Wege, den sie hielten, zwey kleine Bäche passiren,„ehe sie das Lager der französischen Armee erreichten. Weil man nun weiß, daß Ar-meen nicht ohne große Vorsicht sich einander nahen, und dies immer Zeit giebt, so„gebot der Marschall Türenne der Armee, nicht ins Gewehr zu treten, aber in Vereit-Vussy.Ra-fchaft zu seyn." Als aber dennoch einige Bagage ohne Befehl aufbrechen wollte,butm. feuerte Türenne eine Pistole auf einen Soldaten los, der auflud, jedoch ohne zu treffen,und befahl bey Lebensstrafe, nicht aus dem Lager zu weichen. „Hätte die Bagage„aufbrechen dürfen, so war allerdings zu befürchten, daß hier und da Muthlosigkeit ein-„riß; auch wollte der Marschall der Armee zeigen, daß man keine Ursache zur Furcht„hätte, wenn auch schon die Feinde anrückten. Türenne unterredete sich davon mit„seinen Generalen; Kriegsrath aber, ob man den Posten behaupten oder sich zurück-ziehen wollte, hielt er nicht. Der Feind nahte sich der französischen Armee bis auf„den Kanonenschuß, und Türenne gieng ihm blos mit einigen Regimentern von der„großen Feldwache entgegen. Also sahen die Feinde die Zelter der ganzen Armee auf-geschlagen, und die große Feldwache vor der Front aufmarschirt, und erkannten nun„leicht, daß die Armee nicht aufgebrochen sey, sehr aber gegen ihre Erwartung. Denn„sie hatten bereits drey tausend Pferde commandirt, um sie zu verfolgen, und hielten„es ganz außer Zweifel, daß man sich zurückziehen müßte, weil alles, was von la Fer-ge' entkommen.war, annoch in Conde' stand. Doch hatte man gleich am ersten Tage„des Lagers fünfzehnhundert Mann an sich gezogen, die vorhin von der Armee deta-„schirt waren, um einen Convoi zur Belagerung zu führen.

„Die feindliche Armee langte spät im Tage an, und gedachte sodann auf nichts,„als sich zu lagern; und Türenne, dem zu guten Verschanzungen das «Schanzzeug

„fehlte,