206 Fcldzug vom Jahr 1656.
„sich, St. Guisliakn zu verpflegen; und als der Gouverneur von Conde' ihn Anfangs„wissen lassen, daß er nur auf zehn bis zwölf Tage Lebensmittel hatte, so glaubte der„Marschall bey dem damaligen Zustand der Armee, daß es nicht rathsam wäre, eine Un-ternehmung zu wagen, und auch der Cardinal, mit dem er sich zu Guife besprochen„hatte, war seiner Meynung. Als aber der Platz mehr Lebensmittel hatte als man ge-macht, und die Belagerung sich in die Länge zog, so riech der Cardinal, gegen die„Scheide anzurücken, und überließ dem Marschall die Wahl, ob er Catelet bedrohen,„oder gegen die Lys marschiren wollte.
„Türenne wählte den Marsch nach der Lys. Die französische Armee, die bis„zum ZOsten Julius in ihrem Lager bey le Quesnoy geblieben, und sodann nach Barle-„mont an der Sambre vorgerückt war, brach von daraus am i4ten August auf, und„gieng nach Chateau Cambresis über die Schelde und Arras nach der Lys. Indeß„fanden die Feinde vor Conde' einen so tapfern Widerstand, daß sie die Belagerung in„einen Blocus verwandelt hatten, der, wie sie wußten, höchstens einige Wochen noch„dauern konnte; und der Marsch der Armee des Königs geschah in der Zeit, da Con-to' capituliren wollte, um durch ihn seiner Besatzung gute Bedingungen zu schaf-fen. Es hätte auch in der That Türeime die Belagerung von St. Venant unter-nommen, wenn nicht eben damals die Nachricht gekommen, daß Conde' bereits über„wäre, worauf die Armee am i7ten August zu Leus ein Lager bezog. Die Capitula-„tion brachte, daß die Besatzung durch das Luxemburgische nach Frankreich zurückkeh-ren sollte. Die Feinde schleiften in Zeit von drey oder vier Tagen den Platz, und nä-herten sich sodann der Gegend von Cambray, um der Armee des Königs Besorgnisse„zugeben, daß sie entweder in Frankreich eindringen, oder wenn man aufbräche, um„die Gränzen zu bedecken, Bethune oder la Bassee angreifen würden. Es hatte aber„inzwischen der Cardinal alles mögliche gethan, um die abgesessene Cavallerie wieder be-ritten zu machen, und sie sodann in die Festungen von der Gränze einzuwerfen. Tü-„renne wich also nicht aus seinem Lager vor Lens, vier Stunden von Arras und drey„von Bassee.
„Die Feinde erholten sich einige Tage in den Ebnen von Cambray und Bapau-„mes, und brachen nunmehr auf, Arras zur Linken lassend, um gegen Lens anzu-rücken, wo der Marschall Türenne vom i7ten bis zum ZOsten August sein Lager ge-, habt, und Anfangs in der Absicht stand, den Feind darin zu erwarten. Als er aber„in der Folge gewahr wurde, daß die Armee der Feinde im Stande war, gewisse Höhen„zu gewinnen, die ihn zum Meister einer Passage machten, da es möglich war, daß er
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