Feldzug vom Jahr 1656. 201
„mit seiner Armee angegriffen würde, und gleichwohl der Mangel von Fourage ihn„gewiß zwingen würde, aufzubrechen, so hielt ers für besser, vor Ankunft der Feinde„es zu thun; und die Armee brach auf, als die Feinde sich ihr bis Fampou, so noch«drey Stunden Weges ablag, genaht hatte. Es sah der Marfchall gar wohl, daß die-ser Rückzug bey Ankunft des Feindes der noch etwas bestürzten Armee allerdings einen«Übeln Eindruck gab; weil aber die Nothwendigkeit des Aufbruchs da war, so hielt ihn«für diesmal jene Bedenklichkeit nicht zurück. Die Karte zeigte einen gewissen Ort,
«Namens Houdain, der gerade die Lage hatte, die der Marschall wünschte, um Arras«in der Nähe zu haben, und Bethune und la Bassee die Hand zu bieten. Als aber«die Armee daselbst anlangte, fand sich viele Schwürigkeit, die Pferde zu tranken, und«ein äußerst unbequemes Lager; Türenne verschanzte sich also ein wenig des Nachts, und«brach am folgenden Tage wieder auf, um zu la Bussiere, eine Stunde von Houdain, Den 2ten«ein bequemeres Lager zu beziehen. Hier erfuhr er aber durch die Gefangnen, daß die September.«Spanier zu Lens angekommen wären, in der Absicht ihn zu verfolgen, und, ganz«stolz auf seine itzige Retraite, ihn beständig vor sich her zu treiben gedächten. Tü-«rennne hielt das Lager von Houdain für zuträglicher, den Feind darin zu erwarten,
«nicht etwan, weil es zum Gefecht sehr vortheilhaft war, sondern hauptsächlich, weil«man in demselben Arras hinter sich hatte, um von daraus die Lebensmittel an sich zu«ziehen; verblieb man aber zu Bussiere, so nahm der Feind, wenn er bey Houdain sich«gelagert hätte, der Armee des Königs diese ganze Gemeinschaft.
«Diesem gemäß brach der Marschall am zten September bey Mitternacht auf,
«um mit Anbruch des Tages en Kamille zu stehn, weil er glaubte, daß die Feinde«gleichfalls bey Zeiten sich in Bewegung setzen würden. Die Armee des Königs er-reichte Houdain, und lehnte ihren ersten Flügel an eine Höhe, die Infanterie aber«und der linke Flügel giengen abwärts in die Ebne, die Front des Lagers so breit, als«die oröre äe karaille im Gefecht es erfoderte. Es stoß hinter dem Lager ein Bach,
«den gleichwohl der Marfchall nicht vor sich nehmen wollen, aus Furcht, daß die«Feinde alsdann vor la Bassee rücken möchten, dessen Lage so beschaffen ist, daß, wenn«der Belagerer auch nur um zehn Stunden zuvorkömmt, der Entsatz alsdenn schwer«wird; Türenne wollte also in dem Stande seyn, unmittelbar nach dem Feinde daselbst«anzulangen, woran das Defilee von dem Bache ihn gehindert hätte, wenn er es vor-wärts nahm.
«Des Morgens um acht oder neun Uhr erschienen die Feinde auf anderthalb«Stunden von der französischen Armee, und machten, so wie sie dieselbe en Kamille ge-
Cc «sehn,