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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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203
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Feldzug vom Jahr 1656. 20z

„Conde' hatte indeß unter dem Grafen von Suze bereits ein Corps detaschirt,„um sich in den Platz einzuwerfen. Weil aber dies Corps auf zwo Stunden von la Ca-„pelle sich gelagert, und keine Nachricht von der Armee des Königs erhalten hatte, so„rückte es nicht ein, und versuchte es erst nach der Berennung. Türenne zog wahrend„des Marsches fünfzehn hundert Mann an sich, die von der Besatzung von Conde' an-kamen, und fieng mit diesen und seiner Cavallerie an sich zu verschanzen. Einige Trup-„pen vom Corps des Grafen von Suze versuchten, diese erste Nacht sich einzuwerfen.„In der zweyten aber gelang es dem Sohne des Gouverneurs, Herrn von Chamilly,„und er drang mit achtzig Pferden ein, die mitten durch die Escadrons der Armee, so„den Platz umschlossen, durchsetzten. Am zweyten Tage nach Ankunft der Reuterey„folgte die Infanterie, und weil nur zweyhundert Mann Besatzung in dem Platze la-„gen, eroberte man gleich in der ersten Nacht den bedeckten Weg und drey halbe Mon-„de, so alles mit Pallisaden und Sturmpfahlen versehen war, und gieng über den Gra-„ben, um an das Bastion selbst sich zu hangen. Dies aber war gut revetirt, und man„behauptete sich die Nacht nicht.

„Indeß versammelten sich die Feinde zu St. Guisliain, beschlossen, la Capelle zu„entsetzen, und rückten in größter Eil heran, in Hoffnung, sodann wieder über St.„Guisliain herfallen zu können, wozu die Beschaffenheit des Landes sie auch wirklich be-günstigte. Der Marschall Türenne erfuhr, daß sie die Belagerung aufgehoben hatten,„und mit gesammter Macht bey Avesne stünden, eine Stunde nachher, als seine Trup-„pen Meister von den Außenwerken geworden waren, und um so nothwendiger hielt es„der Marschall, die Belagerung zu forciren. La Capelle ist zwar an sich nur klein, den-„noch aber faßt die Circumvallation einen Umfang von mehr als drey Meilen; weil aber„die Waldungen in der Nähe des Platzes dem Feinde nicht erlaubten, von allen Seiten„her Besorgnisse zu geben, so ließ man mit größtem Fleiße an der Tete arbeiten, wo er„anrücken konnte, und die gleichwohl noch eine sehr große Front hatte. Des Nachts,„weil von der Besatzung nichts zu befürchten war, rückte die Armee nahe an diesen Po-„sten heran, um sich überall, wo die Feinde sich nahten, hinwenden zu können. Sie ka-„men ohne Zeitverlust bis auf eine Stunde Weges von der Circumvallation; hier aber„machten sie Halt, durch die starken Marsche und einen zweytagigen Regen ermüdet,„und verblieben zwey Tage lang gegenüber, jedoch ohne anzugreifen. Inzwischen„schössen die Batterien Bresche in die Bastions, wo die Mineurs sich logirten, und der„Platz am vierten Tage nach Eröffnung der Laufgraben sich ergab, im Angesicht der„feindlichen Armee.

„Nach

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