Lio Feldzug vom Jahr 1657.
„weil die feindliche bis nach Charlemont an der Maas sich genaht hatte; es wandten sich„aber diese unvermuthet nach Flandern und suchten Calais zu überfallen; ihr Unterneh-men aber mislang."
Schon unter dem Erzherzog hatten die Spanier auf diese Unternehmung gedacht,und verschiedne verkleidete Ingenieurs nach dem Platze geschickt, um seine Schwächeauszukundschaften. Bisher hatte noch keine Gelegenheit zur Ausführung sich gefun-den , itzt aber schien sie von selbsten sich darzubieten. Am isten Iunius verließ die spa-nische Armee ihr Lager zu Mons und näherte sich der Sambre. Ein Corps Cavallerie,das mit den Garnisonen der spanischen Plätze zur ersten Ausführung bestimmt war,blieb in Mons. Den 22sten gieng die Armee über die Sambre und campirte am 2zstenbey Philippeville, alles in dem völligen Ansetzn, als wenn sie Montmedy zu entsetzen be-schlossen hätten. Der Marschall Türenne sah sich gezwungen zu folgen, und plötzlichwandten sich die Spanier und marschirtcn nach Calais. Dom Juan, Conde' und Ca-racene giengen am 26sten Iunius mit der ganzen Cavallerie voran, und der Herzogvon Pork und Marsin folgten mit der Infanterie; die Bagage fuhr rückwärts ins Land,der Prinz Ligne aber, dem die Ausführung des Neberfalls vertraut war, gieng einenTag vor dem Aufbruch der Armee voraus, um sich an die Tete der Truppen zu stellen,die man in dieser Absicht zurückgelassen hatte. Die spanische Infanterie gieng überTilly, Mons, Brüssel und Tournay, und campirte sodann bey Bovines. Den Zistenpassirte sie zu Armentieres die Lys, und lagerte sich bey Nieukerke, den ersten Julius zuHafebroek, und den 2ten zu Arques eine Stunde von St. Omer, um noch an selbigemTage Calais zu erreichen. Aber dieser letzte Marsch geschah nicht, sondern es kam stattdessen die Nachricht, daß das Unternehmen mißlungen, und die Infanterie bis auf wei-tem Befehl zu Arques verbleiben sollte. Der Prinz von Ligne war mit Einbruch derNacht aus Gravelines ausgerückt, um während der Ebbe die Außenwerke zu überfallen,die an den Quai stoßen, worauf der Platz in weniger als zwölf Stunden sich ergebenmußte. Allein er kam eine halbe Stunde zu spät, und die Fluch war bereits so hoch,daß man nicht mehr passiren konnte. Das Corps zog sich also zurück, lind der Gou-verneur lernte die Schwache seines Platzes kennen, so daß in der Folge nichts dagegenzu unternehmen war.
„Ardres, das nun bedroht werden konnte, wurde auf Befehl des Cardinals, der„mit dem König zu la Fere war, durch die Musquetiers von den Haustruppen besetzt,„und der Herr von Castelnau warf gleichfalls ein Detafchement Cavallerie ein; die„Feinde blieben also auch vor diesem Platze nicht, sonder» versammelten sich am 4ten
„Julius