Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
211
JPEG-Download
 

Feldzug vonr Jahr 1657. 2n

„Julius wieder zu Queme, eine Stunde von Aire, und erwarteten daselbst ihre Ba-ngage. Am 6 ten brachen sie auf und zogen über Boure' bey Lillers, Brouay, Lens„und Reu nach Sauchi-Cauchi, wo sie bis zum 2lsten verblieben, und darauf nach„Marcoin giengen und bis zum 27ffen daselbst rasteten. Türenne folgte ihren Bewe-gungen, so oft es nöthig war, um den Entsatz zu verhindern, und bezog zu Malsy, Lu-„soir, Blecy und Oy verschiedne Lager.

„Indeß dauerte die Belagerung wegen der Felsen bey dem Glacis weit langer, als„man geglaubt, und die Feinde selbst, über diese Vertheidigung befremdet, setzten sich,„nach allen vergeblichen Versuchen zum Entsatz und auf Calais, dennoch von neuem„in Marsch. Ein Corps unter dem Herrn von Marsin gieng nach dem Luxemburgi-schen , um Montmedy wo möglich zu unterstützen; das Gros der Armee aber bedrohte„von neuem die Gränze, und drang über Catelet und Fervaques bis nach Origny an„der Oyse, verblieb aber nur einen einzigen Tag, und gieng wieder zurück nach Eglan-„court, wo sie vorn letzten Julius bis zum 8 ten August sich lagerten, und sodann über„Freron und Maßon am roten das Lager zu Aublin, eine Stunde von Marienburg,"bezog. Inzwischen verstärkte der Marschall Türenne von neuem die Truppen vor„Montmedy, so daß endlich der Platz am 6 ten August mehr als zwey Monate nach Er-öffnung der Laufgräben sich ergab, da die Feinde nichts zu seinem Vortheile unter-nommen, und ihre Armee durch die vielfachen und vergeblichen Märsche äußerst er-schöpft hatten. Melandry, Gouverneur von der Festung, verlor in derselben sein Le-„ben. Er war ein Officier von bewahrtem Ruhme, und vertheidigte seinen Platz„so hartnäckig, daß man eine Zeitlang sehr an dem Erfolge gezweifelt. Der König„erhob sich deshalb selbst nach Stenay, wohin auch die Königin folgte, und besuchte„die Laufgräben drey und zwanzigmal.

„Als endlich der Platz sich ergab, stand die Armee der Feinde zwischen der Sam-„bre und der Maas, die französische aber bey Oy, und der Cardinal schlug dem Mar-„schall die Belagerung von Rocroy vor, wo aber die Feinde, die selbst das Unterneh-men für möglich gehalten halten, sofort mit ganzer Armee sich nahten. Türenne, der„vierzehn bis fünfzehn Stunden vom Lager des Hofs entfernt stand, und wußte, daß„eigentlich kein Entwurf daselbst festgesetzt war, sondern alles gut geheißen würde, was„nur gelingen konnte, beschloß, sobald die Feinde Rocroy sich genaht hätten, sofort mit„dem frühesten aufzubrechen, um ihnen den Vorsprung abzugewinnen, und Flandern„eher als sie zu erreichen. Beym Antritt des Marsches schickte Türenne dem Cardinal„Nachricht von dem Entwürfe; das ganze Corps des Marschall la Fette'und alles,

Dd 2 „was