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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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212
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Feldzug vom Jahr 1657.

„was Türenne ihm geschickt hatte, blieb bey Montniedy, die einzige CavaAerlH ausge-nommen, so Varennes und l'Islebonne commandirten."

Die Armee brach auf von Rumigny und Oy, und campirte den i2ten Augustzu Estrau an der Oyse, die Bagage aber marschirte nach St. Quintin, und der Gene-rallieutenant Ciron ward mit drey Escadrons detaschirt, um aus Landrecy und Guisedas Regiment Elsaß und drey Compagnien von der Garde an sich zu ziehen, und mitdiesen die Bagage zu St. Quintin einzuholen und zu bedecken. „Die Armee setzte ih-ren Marsch fort, passirte Avesnes, und gieng zu Aymieres über die Sambre, ohne weitemHalt als um zu füttern, darauf bey le Quesnoy vorbey bis nach Neufville an der Scheide,eine Stunde oberhalb Bouchain, wo die Brücken des Nachts übergeworfen wurden,und am folgenden Tag die Armee zu Sailli an der Sambre campirte. Von hieraus deta-schirte Türenne mit Einbruch der Nacht den Herrn von Castelnau, um St. Venant zubercnnen und die Lys zu passiren. Der Marschall selbst aber mit der ganzen Cavallerieund einigen Commandirten von der Infanterie formirte zu eben der Zeit die Berennungdiesseits. Von der Sambre bis nach St. Venant wurden nur drey Märsche gethan,der erste bis Neufioilke, der zweyte nach Sailly an der Scarpe, und der dritte nach St.Venant selbst, den i6ten August. Am i7ten kam die Infanterie. Türenne wußtegar wohl, daß es ihm unmöglich war, deir Feinden um mehr als einen einzigen Tag zu-vorzukommen , weil sie den ganzen Marsch durch in ihrem eignen Lande marschirten undnirgends Aufenthalt fanden; er belagerte auch aus diesem Grunde Armcntieres nicht,weil der Feind Um einen Tag eher daselbst eintreffen konnte, als vor St. Venant. DerMarsch aber der Armee des Königs war der erwähnten Geschwindigkeit fähig, weil nur,wenige Stücke und Wagen ausgenommen, die ganze Bagage seitwärts geschickt wor-den. Der Herr von Ciron, der sie führte, hatte Befehl, alles Schanzzeug von St.Quintin mitzunehmen, und über Arras und Bethune gerade nach St. Venant zu mar-schiren. Als die Armee daselbst eintraf, war die Festung schwach genug und mit nichtmehr als drey hundert Mann besetzt; und weil man selbst nur wenig Munition und Lebens-rnittel hatte zuführen können, so versah sich der Marschall eiligst mit allem, was er ausBethune und la Bassee an sich ziehen konnte. Conde' und Dom Juan verloren derZeit eben sowenig, und trafen, nachdem sie ihre Bagage zurückgelassen hatten, schonam i8ten mit der Avantgarde vier Stunden von St. Venant ein, einen Tag also nachder Ankunft der französischen Armee, und als dieser noch jedes Bedürfniß zur Be-lagerung fehlte. Türenne selbst mit einem Corps Cavaüerie gieng nach la Bassee, und

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