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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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Feldzug vorn Jahr 1657.

Diesen ganzen Tag durch war die Bestürzung über den Verlust groß, doch kamdas Schanzzeug, und man fieng an, mit größtem Eifer zu arbeiten. Es war übrigensdas Land so enge und gedeckt, daß die Feinde weder die Stellung der Armee erkennen,noch sich ausbreiten konnten, um sie en dmaille mit großer Front zu attaquiren. Sonahe.sie also auch standen, und obgleich die Verschanzungen noch unvollendet waren, soversammelte Türenne doch kein einziges von seinen Quartieren, und verließ sich bey denwenigen Truppen, die man ihnen entgegenstellte, sicher auf die Schwürigkeiten desLandes im Anmarsch.

Indeß waren die Laufgräben noch nicht geöffnet, und die Feinde, die es ihrerGegenwart zuschrieben, brachen auf, um ein neues Lager einen Kanonenschuß weit vondem Dorfe Montbernenson zu beziehen, wo eine Straße nach dem Lager führte, unddie Gegend zum Angriff am vortheilhaftestm schien. Während des Marsches war einConvoi mit Brodt von Bethune aus auf dem Wege nach dem Lager von der Armee desVork. Königs/' Mit Anbruch des Tages stand die spanische Armee zum Marsche bereit,und Arbeiter an der Tete jedes Regiments, um sich Passagen zu öffnen; gleichwohlbrach sie erst gegen Mittag auf, obgleich, wie der Herzog von Uvrk sagt, die wahreAbsicht derselben gewesen sey, den Convoi zu verhindern. Der Prinz von Ligne, Ge-neral von der Cavallerie, führte den rechten Flügel, Conde'den linken, und der Her-zog von Port die Infanterie; Dom Juan aber und der Marquis von Caracene gieri-gen ander Tete ihrer drey Compagnien Garden voraus, machten in der Ebne Haltund hielten Mittagsruhe. Nachdem die Armee in dem so durchschnittenen Lande lang-sam vorgerückt war, hatte endlich der Herzog von Pork nur noch eine letzte Hecke zupassren, als er den Convoi der Franzosen entdeckte, der in größter Eil von Montber-nenson herabkam, und zu eben der Zeit rückte der Prinz von Ligne mit vier bis fünf Esca-drons gleichfalls in die Ebne ein. Der Herzog von Pork rangirte seine Infanterie,und schickte sofort Nachricht an Ligne vom Marsche des Convois, den dieser ganz un-fehlbar aufheben konnte, weil er nur von drey Escadrons bedeckt war. Was ihm aberauch vorgestellt werden mochte, so wagte erö doch nicht, ohne Befehl anzugreifen, unddieser kam nicht, weil die spanischen Generale schliefen, und niemand sie aufzuweckensich unterstund. Endlich aber als sie von selbst erwacht waren, schickten sie ihre eignenGarden und den Befehl zum Angriff, aber der Convoi hatte sich indeß gerettet. „Diedrey Escadrons,*) die ihn deckten, stellten sich sämmtlich an die Arriergarde, und hattenihn bereits sicher in die Verschanzungen einrücken lassen, als sie von verschiednen Esca-drons

*) Eesvres, la Mette und Chamboy.