Feldzug vom Jahr 167z. 557
der Zeit die ostindische Flotte reich beladen erwartet wurde, so sah man sich gezwungenzu schlagen, oder sie den Feinden zur Beute zu lassen.
Diesem gemäß gieng den 7ten August die Flotte der Staaten von Schooufeldaus in See, und segelte Schevelingen vorbey bis zur Höhe von Santvoort, wo sie we-gen widrigen Windes einige Tage sich aufhalten mußte, und der Prinz von Oranien andes Admirals Bort kam, die Commandeurs der Schiffe versammelte, und durch seineRede zu edelm Gefechte sie aufrief. Die Flotte begab sich am izten wieder unter Se-gel und richtete den Curs bis nach Tepel, hatte aber bis zum lyten widrigen Wind, sodaß sie erst an diesem Tage die Höhe vom Texel erreichte und die englische Flotte ins Ge-sicht bekam, worauf diese zur Seiten sich wandte. Die Holländer segelten darauf desNachts mit den Mitten nebeneinander gegen Ostsüdost, und wandten sich, als sie ge-dachten, nahe genug an die holländische Küste übergelaufen zu seyn, des Nachts West-nordwest über; und weil der Wind von Osten lief, fanden sie sich am 2isten früh mitdem Tage im Gesicht der holländischen Küste und.den Engländern auf der Seite. Die-sem gemäß wurde die Losung gegeben, sich in Ordnung zu stellen, und die englischeFlotte erwartete die holländische mit kleinen Segeln, also daß ungefähr um halb achtUhr das Gefecht angieng; der Admiral Ruyter traf auf den Prinz, Bankert auf denMarschall Estrees, so den linken Flügel der englischen Schlachtordnung hatte, undTromp auf Sprag. Man schlug sich von allen Seiten, so daß bald der eine, bald derandre Theil den Vorwind gewann. Die englischen Brander, die in großer Anzahl wa-ren, suchten einen starken Einfall zu thun, wurden aber größtenteils von den Scha-luppen weggenommen, oder den Brand darein zu stecken gezwungen; und auf gleicheArt verloren auch die Holländer einen Theil von den ihren. Am hartnäckigsten foch-ten Sprag und Tromp gegen einander, davon Sprag zuerst den großen und mittlernMast verlor; als aber Tromp das Schiff ans Land zu bringen suchte, ward er selbstreedlos und verlor die große Maststange, so daß beyde Admirals ihre Flaggen von an-dern Schiffen wehen ließen, Sprag aber mit minderem Glücke, weil auch sein zweytesSchiff durchlöchert ward, und er beym Ueberfahren zum dritten in dem Boote getroffenwurde, und da solches zerschmettert ward, ertrank. Das Gefecht dauerte bis nach derSonnen Untergang, da die Engländer nach ihren Küsten sich wandten, und Hollandnochmals befreyt ward. England schickte irr diesem Jahre keine Flotte gegen Hollandin See, und begnügte sich von der Zeit an, seine eignen Küsten zu bewahren,' weilman schon damals zum Frieden sich neigte; und es schien von diesem Zeitpunkte an alleszum Bestell der Republik sich zu wenden. Spanien entschloß sich zum Kriege, und
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