Feldzug vom Jahr 167z. 559
Das Kriegsrecht, das über ihn gehalten wurde, verdammte ihn zum Tode; als aberder König die Strafe in ewig Gefängniß verwandelt, und der Marschall Türenne noch-mals für ihn gebeten hatte, wurde ihm erlaubt, in Grave zu dienen, wo er durch beßreThaten einen rühmlichern Tod fand. Der Triumph in Holland über die Eroberungvon Naerden war um fo größer, da es auf dieser Seite der erste glückliche Erfolg war,und Rabenhaupt zu eben der Zeit die langacker Schanze erobert, und Coevorden, dasder Bischofs von Münster durch Stemmung der Vecht bis zum Untergang unter Wassergefetzt hatte, durch eignen Durchbruch des Wassers gerettet ward, da man eben mitvieler Kühnheit den Entschluß gefaßt, mit Gewalt den Damm zu durchschneiden.
Gleich nach dem Frieden von Vossem, als Frankreich alle Bemühung am kaiser-lichen Hofe, ihn zum Frieden zu bringen, fruchtlos gesehen, übertrug der König demMarschall Türenne die Beobachtung der deutschen Armee, und es hatte dieser bereitsseit dem Anfang des Iunius aus feinen Quartieren in Westphalen gegen die Lahn undden Mayn sich gezogen, und in der Gegend von Frankfurt gelagert. Als aber zu Endedes Augusts die kaiserliche Armee an die vierzig tausend Mann stark unter dem Grafenvon Montecuculli sich zu Eger versammelt hatte, und in verschiednen Colonnen aufNürnberg angerückt war, so machte indeß Türenne sich zum Meister vom Mayne, umau dem linken Ufer desselben sich zu behaupten, und einen Posten zu finden, wo er beydesden obern und den untern Rhein beschützen, und die Unternehmung der Deutschen gegenden Elsaß sowohl als die Vereinigung mit dem Prinz von Oranien am untern Rheinsunmöglich machen konnte. Man sagt indeß allerdings, daß der Marschall gleich An- Memoiresfangs am Ausgangs des Entwurfes gezweifelt, und dem Könige vorgestellt habe, daß*"" ^ 8er«.er, wenn die Feinde die gehörigen Maasregeln trafen, nichts als den obern Rhein zubeschützen vermöchte ; die Platze des untern Rheins aber müßten von Holland aus un-terstützt werden, wenn der König, wie verlangst vorgeschlagen worden, die meisten dereroberten Platze schleifen lassen, und mit ihren Besatzungen die Armee im Felde verstärkthatte. Der Rath des Ministers, der diesem entgegenstand, ward vorgezogen, undTürenne gieng über den Mayn, besetzte, ehe er die Gegend von Frankfurt verlassenhatte, das Schloß Friedberg und die Passage von Aschaffemburg über den Mayn, undnahte sich der Armee des Kaisers in der Absicht, sie zum Treffen zu zwingen.
Die Armeen erreichten sich in der Gegend von Rottingen an der Tauber, undschienen zwar beyde zum Schlagen entschlossen; Montecuculli aber begnügte sich mit dem MemoiresScheine, und hatte den Posten blos in der Hoffnung gewählt, daß er durch seineStarke ihn für den Angriff sicher stellen würde. A ls er aber in der Folge entdeckte,
daß