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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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368
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z68 Feldzug vom Jahr 1674.

rung sowohl als in der Folge des Feldzugs gegen die Armee der Deutschen am obernRheins zu beschützen; Coude' überkam das Commando in Flandern, wo man blos aufdie Vertheidigung sich einzuschränken beschloß; der Adel und die Gemeinen wurden auf-geboten, die Küsten der Bretagne und Normandie, die von den holländischen Flottenbedroht wurden, zu bewahren; Rochelle wurde versehen und besetzt, und der Roussillon,in welchem die Spanier bereits jenseits der Pyrenäen Boulon eingenommen hatten, durchden Grafen von Schomberg mit einem Corps von zehn tausend Mann gedeckt.

Den 2osten April verließ der König das Schloß St. Germain, und langte am2ten May zu Besanßon an, um in eigner Person den Entwurf gegen die Franche- Comte'Memoires zu vollziehen. Der Herzog von Navailles, der vom Ende des vorigen Jahrs im fran-dcs Herzogs .hsisthen Burgund commandirte, hatte bereits zu Anfange von diesem mit sechzehn Com-von Navai - Pinien der französischen Garde, dem Regimente Lyonnois und sechs hundert Pferden,die ihm von der deutschen Armee zugeschickt worden, und einem Corps von ungefährzwey tausend Mann neuer Infanterie, so bisher in der Provinz gestanden, die PlätzeGray, Vesoul, Lion, le Saumier und verschiedne andre erobert, die Haone und denOgnon sicher gestellt, und die wenigen Truppen, die Spanien daselbst im Felde erhielt,durch seine Eroberungen zerstreut. Man glaubt, daß es in der Macht des Königsgestanden, die Eroberung der ganzen Provinz gleich damals in wenig Wochen zu vol-lenden. Weil es aber ein Werk von ihm selbst zu seyn bestimmt war, so verstrich dergünstige Augenblick; die Spanier schickten den Prinz von Vaudemont, des Herzogsvon Lothringen Sohn, mit einem neuen Corps Truppen dahin ab, und dieser traf alleAnstalt, Besanßon und Dole, die stärker» Plätze des Landes, in Stand zu setzen,und die Unternehmung forderte nach diesem eine Armee. Der Prinz von Enguien,des großen Conde' Sohn, der das Gouvernement von Burgund hatte, gieng statt sei-ner nach demselben ab, und versammelte die Armee, die zu der Eroberung bestimmt war,so daß der König bey seiner Ankunft Besanßon berennt, und alles zur Belagerung be-reit fand. Vauban führte die Attaquen, und die Stadt ergab sich am i4ten Maysieben Tage nach Eröffnung der Laufgraben, und die Citadelle am 2osten; beyde, eheein Graben passirt worden. Die Citadelle war so schlecht mit Lebensmitteln versehen,daß der Prinz von Vaudemont, als er in dieselbe sich einwarf, einen Theil der Be-satzung von der Stadt, die nach ihr flüchten wollte, nicht einnahm; dennoch bestand derKönig auf der Belagerung, weil bey der Überlegenheit der deutschen Armee über dieseine der Ursachen so viel waren, das Geschäfft bald geendigt zu wünschen. Die Stadtgieng über, und die Besatzung erhielt freyen Abzug nach Mayland. Dole wurde von

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