z84 Feldzug vom Jahr 1674.'
die in einem Grunde, den er nicht sehen konnte, hielt, auf der Höhe aber, die sie be-deckte, eine Wache ausgestellt hatte. Rochepaire jagte gegen sie an, und ward, alssie gewichen, euch der Höhe plötzlich von drey bis vier hundert Pferden, nach HusarenArt zerstreut, angegriffen, und bis zu einem Desilee zurückgeworfen, das die Feindemit ihm passirten; M aber, weil sie den Grafen vonNoye am Ausgangs gegen sichfanden, wieder zurück mußten. Der Graf von Roye blieb diesseits des Defilees hal-ten, und schickte den Rapport an die Armee, die indeß den Neckar paffirt, und aufeine halbe Stunde von Zwingenberg das Lager aufschlug, den Tag darauf aber wiederzurück nach Ladenbach gieng; die feindliche Armee zog sich über Darmstadt nach Frank-furt und Nied jenseits des Mayns; die Infanterie passirte auf Schiffen, die Cavalleriedurch Furche und die Bagage und Artillerie durch die Stadt, worauf sie in der Folgein der Gegend von Epffein sich in Quartiere verlegten, und alle Verstärkungen, die sievernieres erwartet, an sich zogen. Weil es in allen Standen des Lebens Kunstrichter giebt,csmp3Zne8 die, ohne handeki zu können, richten, so gab es ihrer auch hier, die den MarschatlTürenne, Zeit verloren zu haben, ziehen, und verlangten, daß er, statt Brücken zuschlagen, durch die Furche mit der Infanterie en croupe hätte passiren sollen. Esscheint aber dieser Tadel auf den Ausgang allein, und den Schluß der Feinde, sich nichtzu widersetzt, gegründet zu seyn, und hätten sie Stand gehalten, so war der Uebergangdurch Furche nicht geringer Gefahr ausgesetzt, der Uebergang aber über die Brücke blieb««gezweifelt und sicher.
Merlan, Die Armee lagerte sich zu Grössten, und verblieb bis zum 27sten jenseits des
Ouerre<cb Nheins , da während dieser Läger die Pfalz nicht nur äußerst erschöpft , sondern auchvern^ Flecken lind Dörfer verbrannt wurden, weil die Einwohner, durch ihren Verlust erbit-Omp. ss tert, zu den Waffen gegriffen, und hier und da einzelne Trupps, die auf Raub aus-lur. is ks-gingen, gefangen, und ihre Körper mit Grausamkeit verstümmelt hatten. Türenne,les elc^E der nicht grausam war, hemmte die Wuth der Soldaten, so viel als ihm möglich, undstrafte die Schuldigen mit Ernst, ob es gleich bey der Untersuchung verschiedne traf, dieihm bey Sinzheim durch ihre Tapferkeit lieb geworden; es war aber zu spät, und dieArmee ließ traurige Spuren von Rache zurück.
Indeß hatten die Deutschen, durch acht tausend Mann Lüneburger und verschiedneTruppen vom Kaiser und dem Reiche verstärkt, dem Neckar sich zwar wieder genaht;Türenne aber genoß diesseits des Rheins Ruhe, und gebrauchte sie, um Philippsburgin bessern Stand zu setzen, auf Kosten des feindlichen Landes seine Armee zu erhalten,und den Feinden durch Mangel den Aufenthalt in der Gegend von Philippsburg unmög-