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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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394
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z 94 Feldzug vom Jahr 1674.

mirt stand. Weil nun nicht mehr als zwey Escadrons von der Brigade Piloy auf demrechten Flügel der Infanterie stehen geblieben, so ließ der Generallieutenant Foucaultdie Bataillons nach allen Seiten Front machen, und das Manoeuvre geschah mit einerOrdnung und Stille, die bey solchen Gefahren selten ist; die Feinde aber fielen mit ebendem Sturme, mit dem sie in die Ebne gerückt, auf die genannten zwey Escadrons, war-fen sie und vier andre von der zweyten Linie und die Reserve von Montgeorge über denHaufen, und schwenkten sich im Rücken der französischen Infanterie, die sie zur rechtenHand nahmen, und deployirten sich links. Alles dies geschah so schnell, daß der Grafvon Lorges, der wegen des Befehls vom Marschall seine Cavallerie wieder zurück zumAllignement der Infanterie führen wollte, nur die'nächsten Escadrons gegen den Feindzu führen die Zeit hatte. Es waren zwey Escadrons Engländer von Monmouth unterdem Grafen von Auvergne; u.',d weil sie allein, und ehe die andern folgen können, char-giren mußten, so deckten sie ihren rechten Flügel durch eine Reserve von fünfzig Reu-tern, die sie von den Flügeln abfallen lassen, und trieben so vorwärts, bis von Loriere,Culan und Langallerie fünf andre Escadrons anlangen konnten, die sodann immerrechts doublirten, und alle so tapfer angriffen, daß die Feinde eben so schnell, als sie ge-kommen, und auf eben dem Wege wieder zurückgingen, wobey ihr Verlust allerdingsbeträchtlich war. Die Ursache aber dieses Rückzugs war, daß zu eben der Zeit, dader Graf von Caprara seine Attaque formirte, zur Rechten über den linken Flügel derfranzösischen Armee hinaus auch der General Dünewald mit seinen und des Herzogsvon Bournonville Regimente, den Croaten und noch einiger andern Cavallerie an-rücken sollte, um den linken Flügel der französischen Armee in der Flanque und im Rückenzu fassen. Weil aber dieser wegen vieler Desilees nicht zugleich ankam, so verlorenjene den Muth; und ein Gleiches begegnete alsdenn auch in der Folge den andern, alssie die Desilees überwunden, und die erste Attaque nicht mehr im Felde fanden. DerGraf von Lorges eilte, sobald er von der Caprarischen Attaque sich frey sah, zu äußerstauf seinen linken Flügel, gegen den eben zu der Zeit das Dünewaldische Corps von derSeite anrückte, da er selbst vorhin hatte angreifen wollen; und obgleich Anfangs nurvier einzige Escadrons in der ersten Linie dieses Treffens gewesen, so fand sich doch allesim Stand, weil der Marquis von Lambert in zweyter Linie die Vorsicht gebraucht,durch seine Brigade aus ihr die erste zu ergänzen. Als sodann der Graf von Lorgesvier Escadrons, die er mitgebracht, zur Linken der andern aufmarschiren ließ, und dasGehölz mit den Dragonern und einem Bataillon Infanterie besetzt, die den Feind indie Flanqne fassen konnten, so gieng dieser, da er sich allein auf dem Felde und die

Capra-