Buch 
Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
Entstehung
Seite
396
JPEG-Download
 

z96 Feldzug vom Jahr 1674.

das Gewässer gedeckt, und mit dem linken langst der Höhen, so in ihrem Rücken lagen,verbreitet, Marien hinter der Front, Kirchheim gegen den rechten und Knttelheim gegenden linken Flügel. Diesen Posten wählte der Marschall gegen die Vereinigung derbrandenburgischen Truppen mit dem Feinde, um die Armee für nachteiligem Gefechte,und mit ihr die Plätze Hagenan und Zabern zu bedecken, und die Fourage des unternGebirges, die ihm auf der Folge nöthig werden konnte, zu schonen. Es lag aber imRücken des rechten Flügels ein Defilee, das zwischen zwey Bergen auf eine starkeViertelstunde Weges fortlief, und gegen das Schloß Wasselnheim sich endigte, so aufeiner Höhe an der Straße von Bcrgzabern gelegen und straßburger Besatzung hatte.Dies Schloß war bey itziger Lage dem Marschall unentbehrlich, um den Rücken unddie Retraite, und die Gemeinschaft mit Zabern frey zu erhalten; und er begab sich ineigner Person dahin, um die Unterhandlung mit dem Commandanten zu pflegen, derAnfangs nur eine schwache Besatzung, endlich aber so viel als das Schloß gebrauchte,einnahm. Nach diesem verblieb der Marschall ruhig in seinem Posten, und hatte freyeGemeinschaft mit Zabern und Hagenau, um beyde wo nöthig verstärken zu können,und, wenn seine Armee zum nachtheiligen Gefecht gezwungen werden sollte, einen freyenMerlan, und ganz überdachten Rückzug. Die Feinde aber, um keine fernere Gefahr wegen derGemeinschaft mit Straßburg zu laufen, verblieben indeß in ihrem Lager an der Jll, underwarteten den Uebergang der brandenburgischen Truppen, der endlich am i4ten Octo-ber geschah, worauf sodann die vereinigte Macht nach dem Schlachtfelde von Enzheimvorrückte, und in dem gehaltnen Kriegsrathe die französische Armee anzugreifen beschloß.

Merlan, Am folgender: Tage erschien der Herzog von Bournonville mit einem Corps CavallerieO'ur^rine^ auf den Höhen von Molzheim, und zeigte sich den ganzen Tag unter verschleimen Bewe-6uerre ä' gungen, als wäre die Absicht, das französischeLager zu rccognosciren, und von dieser Seitettollrmäe, es anzugreifen. Der Marschall Türenne, der die Absichten der Feinde nach dem, wasPuftndörf^ chlMi am Vortheilhaftesten war, beurtheilte, glaubte, daß dies alles zugleich eine Schein-Ramsay/ bewegung seyn könne, um die wahren Absichten gegen Hagenau zu verbergen, undwährend daß sie ihn rechts mit dem Angriff bedrohten, zur Linken einen Marsch ihm ab-zugewinnen. Der Oberstlieutenant Mathieu von la Marine mit acht hundert Mannwurde nach Hagenau, sich einzuwerfen, beordert, und der Graf von Roye erhielt Be-fehl, Parthey auf Parthey bis an den Rhein gegen die Wege, die der Feind haltenkonnte, auszuschicken. Die Partheyen brachten sämmtlich nichts, so daß der Mar-schall Türenne selbst dafür zuhalten anfieng, daß die Absicht der Feinde vielleicht sey,zu seiner Rechten ihn anzugreifen, oder ihn zu umgehn; und es wurden nun jenseits des

Bachs