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Feldzüge des Vicomte Türenne ... aus den ächtesten Urkunden / von Friedrich Wilhelm von Zanthier
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398
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Z98

Feldzug vom Jahr 1674.

Allquierts. Armee war indeß ein jeder der Meynung, daß der Marschall Stand halten würde, weiler alle Vermuthung von Retraite so sehr zu entfernen gesucht, daß er den Weg nachDettweiler, wo der Graf von Lorges ihm einst einige vortheilhafte Posten zur Retraiteanzuweisen sich erbot, nie hatte recognosciren wollen, um, wie der Marschall selbst nach-mals gesagt, durch nichts zur Vermuthung des Rückzugs Anlaß zu geben, ob er gleichschon längst von ihm festgesetzt war. Gleichwohl sah man in seinem Lager bey allerÜberlegenheit der Feinde, und so gewiß man den Angriff vermuthet, doch nirgendsUnruhe oder Furcht. Kaum aber daß die Nacht eingebrochen, so erhielt die Bagage mitdem Proviant und der Artillerie den Befehl, sich in Marsch zu setzen, und die ersten indas Defilee von Wasselnheim, und die Artillerie durch einen Weg zur Linken ganz amFuße der Höhen sich einzuschlagen; um Mitternacht folgte die Armee in zwey Colonnenauf eben denselben Wegen. Der Graf von Lorges führte die Avantgarde, Foucault,Generallieutenant vom Tage, und der Graf von Roye die Arriergarde, und der Marschgeschah mit so viel Ordnung, daß die Armee von den drey Defilees, so zwischen Mar-lenheim und Dettweiler gelegen, mit Anbruch des Tages bereits das erste zurückgelegt.Der Oberstlieutenant von Sydow, so die Feldwachen der brandenburgischen TruppenMcrian, Pu-commandirte, schickte gegen Mitternacht dem Churfürst die erste Nachricht von der Re-stndorf. traite; und als der Feldmarschall Dörfling durch seine Recognoscirung es bestätigt,wurde sofort auf beyden Wegen ein Corps Cavallerie unter dem Markgrafen vonBayreuth und dem General Görzke dem Marsch der französischen Armee nachdetaschirt.Es war aber bereits eilf Uhr des Mittags, und die Arriergarde, die das zweyte Desileezurückgelegt, stand schon dem Kochersberg gegenüber, als man hinter ihr gegen zweytausend Pferde vom Feinde entdeckte. Der Graf von Lorges ließ, sobald er Nachrichtdavon erhalten, seine Avantgarde Halt machen und en Kamille aufmarschiren, um dieArriergarde, wenn sie angegriffen würde, zu unterstützen; und es wurden indeß überden nächsten Bach, der noch zu passiren war, viele Brücken geschlagen, um mit grdßrerFront und desto schneller passiren zu können. Es blieb aber bey einem leichten Schar-mützel ohne den geringsten Erfolg, obgleich die letzten Truppen erst um zehn Uhr insLager einrücken konnten; und man übersah alsdann nicht ohne Zufriedenheit den vori-gen Stand der Sache, und daß man ohne den geringsten Verlust einen RückmarschQmncy. dieser Art im Angesicht eines so sehr überlegnen Feindes zurückgelegt. Vierzig Esca-drons von dem versammelten Adel und Gemeinen, die bisher zu Maasmünster gelegen,stießen wahrend des Marsches zur Armee, lind sie waren es, wie man sagt, die durchVerspätung des Aufbruchs die Armee großer Gefahr bloßgestellt, weil der Marschall,

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