4VO Feldzug vom Jahr 1674.
Armee des Marschalls von daraus sich verstärken würde, so daß auch der Churfürst diedortigen Generale inständig ersuchte, das Feld wo möglich länger zu halten, oder so wiedie französische Armee gleichfalls nach dem obern Nheine zu detaschiren. Als aber zukeinem von beyden die Hoffnung da war, und man leicht voraussehen konnte, daß inder Folge der Zeit der Marschall Türenne auch ohne Schlacht aus Mangel von Fourageden Unterelsaß würde verlassen müssen, so gab der Churfürst die Hoffnung zu Unterneh-mungen so lange auf, bis die Operationen des folgenden Jahrs die Macht von Frank-reich wieder theilten, sie aber im Winter sich festgesetzt, die nöthigen Anstalten getroffen,und die günstige Jahrszeit wieder gewonnen hätten.
Oermeres Im Lager der französischen Armee, wo man bey der so großen Überlegenheit dercamp. Deutschen diesen Entschluß nicht vermuthen konnte, war alles wachsam; und als amOuerzE' 22sten die Vorposten brachten, daß man im Lager des Feindes Rauch sähe und vieleNötige, einzelne Schuß fallen hörte, wie bey Märschen zum Gefechte, wenn die Gewehre aus-gezogen werden, gewöhnlich, so schickte der Marschall, der hieraus eine Bewegung ver-muthete, viele Partheyen gegen sie aus, und hielt die Fourageurö im Lager, weildie Cavallerie, ob sie gleich dadurch litt, beständig marschfertig seyn mußte. Und obman nun gleich am Abend viel Kanonenschüsse nach der Gegend vom Schloß Wasseln-heim hörte , so blieb der Marschall Türenne, weil der Posten von keiner Wichtigkeitwar, doch immer im Mißtrauen, daß die Feinde, durch ein falsches Besorgniß für Za-bern von Hagenau ihn abzuleriken, im Sinne hätten, und den Uebergang über dieSorr zu erschleichen suchten. Die Armee blieb marschfertig, und die Cavallerie imLager; als man aber in der Nacht im Lager des Feindes noch die nämlichen Feuer ge-sehn, und mit dem Tage ihre Batterien gegen Wasselnheim spielen hörte, so ließ derMarschall/ nachdem er bis eilf Uhr das Lager der Feinde recognoscirt, und keine Bewe-gung vermerkt hatte, so daß sie diesen Tag nichts unternehmen konnten, die Cavallerienach Fourage ausgehen. Am Abend des folgenden Tages kam die Garnison vonWasselnheim, hundert und fünfzig Mann stark, mit dem Hauptmann Chevalier vonRonsieres, der sich aufs tapferste vertheidigt hatte, und darauf bestand, nicht Kriegs-gefangner zu seyn, zu der Armee.
Zu Ende des Octobers langte von der Armee aus Flandern der Marquis vonGenlies mit fünfzehn Escadrons an, die der Marschall nach Wilzenheim zwischen demLager der Armee und dem Posten von Hochfelden verlegte; diesem folgte Montaubanund laFeuilleemit acht Bataillons und fünfund dreyßig Escadrons, und endlich derGraf von Saulz- mit zehn Bataillonen und vier und zwanzig Schwadronen; diese letzten
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