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blikums Preis gegeben sieht; denn nur wenige Schau-spieler sind so gewandt, sich schnell durch's Extempo-rem zu helfen, und wäre dieses, so frägt es sich dann,ob sie auch in einem solchen Grade der Liebling desPublikums sind, daß es ungerügt diese Einschwärzun-gen duldet. Um also der Mängel u. Gebrechen willen,die dem Souffleurfache ankleben, solches gänzlich ab-schaffen zu wollen, hieße das Kind mit dem Bade aus-werfen ; nur auf dessen Verbesserung sey man bedacht,und beherzige hierbei die Fähigkeiten des Souffleurs.
Was daher den Souffleur selbst betrifft, so wähleman zu diesem Fache eine Person mit einer guten rei-nen Aussprache, frei von Provinzialismen, vom Pro-vinzialdialekt, die er, ohne der Verständlichkeit zu scha-den, zum Heil des Publikums mäßigen oder Herab-stimmen kann; mit einer starken Brust und gutem Ge-sicht, kurz dem nichts an irgend einem Organe fehlt,was zu einem tüchtigen und leicht verständlichen Vor-leser erfordert wird. Was die wissenschaftliche Bil-dung desselben betrifft, so sey er, wo nicht ein Gelehr-ter, doch wenigstens ein Mensch, der einen Theil seinerZeit sich mit den Wissenschaften beschäftiget hat, be-sonders mit den schönen, der hauptsächlich seineMuttersprache kennt, und auch in der Lateinischen undFranzösischen Sprache kein Fremdling ist, und so vielSchriftsteller-Talent besitzt, um den minderfahigenSchauspieler, der sich in irgend einer schweren Periodeverwickelt, glücklich zu einer guten Construction zu ver-helfen. — Kurz, ein Souffleur besitze so viel Wis-senschaftliches, habe eine solche literaeischc Bildung,daß er bei einer Schauspieler-Gesellschaft, bei einemTheater in fast täglich vorkommenden zweifelhaftenFällen in diesem Fache auch ein competenter Richterabgeben kann. Dann muß derselbe so viel Musikverstehen, daß er die Noten lesen kann, um in denOpern, Operetten dem schwachen Gedächtniß mancher